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Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Freitag, den 16. Oktober 2009 um 16:24 Uhr

Ü-Zeichen

Maßgeblich für die generelle Verwendbarkeit von Bauprodukten wie Feuerstätten sind in Deutschland die Landesbauordnungen und die Feuerungsverordnungen der Länder. Damit die darin festgelegten Regeln zwischen den Bundesländern möglichst wenig abweichen, wurde eine sogenannte „Musterbauordnung“ (MBO) erlassen. Darin sind die für alle Bundesländer angestrebten Standards festgelegt, bevor sie in Länderverordnungen umgesetzt werden.

Ü-Zeichen  von Feuerstätten

Ü-Zeichen Übereinstimmungszeichen

Feuerungsanlagen bestehen aus Bauprodukten. In der Regel dürfen nur Bauprodukte verwendet werden, die das nationale Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) oder die europäische CE-Kennzeichnung (Zeichen der Europäischen Gemeinschaft) als Verwendbarkeitsnachweis tragen.

Bei vor Ort errichteten Anlagen (z. B. Kachelgrundofen) benötigen nur die verwendeten Baustoffe und Bauteile eine Ü- bzw. CE-Kennzeichnung, nicht die fertige Anlage.

Bauprodukte, die nicht nach der Bauproduktenrichtlinie, sondern nach anderen europäischen Richtlinien mit dem CE-Kennzeichen versehen worden sind, benötigen unter Umständen nach Bauregelliste B Teil 2 zusätzlich ein Ü-Zeichen. Sog. „sonstige Bauprodukte“, die allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen, die nicht in der Bauregellist A aufgeführt sind, benötigen keinen Verwendbarkeitsnachweis.

U-Zeichen (Übereinstimmungszeichen)

  • Durch Anbringung des Ü-Zeichens bestätigt der Hersteller des Produktes die Übereinstimmung mit den entsprechenden technischen Spezifikationen, d. h. mit technischen Regeln, allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen oder Zustimmungen im Einzelfall.
  • Im Ü-Zeichen müssen der Hersteller des Produktes, die technische Spezifikation, womit die Übereinstimmung erklärt wird (z. B. Zulassungsnummer), sowie gegebenenfalls der Zertifizierer oder die Prüfstelle angegeben sein.
  • Das Ü-Zeichen kann grundsätzlich auf dem Bauprodukt oder auf seiner Verpackung oder, wenn dies nicht möglich ist, auf dem Lieferschein angebracht sein. Falls das Ü-Zeichen nicht am Produkt selbst, z. B. auf dem Typenschild, vorgefunden wird, muss die Zugehörigkeit der Verpackung oder des Lieferscheines glaubhaft sein; bei Unklarheiten sollte gegebenenfalls eine Rücksprache mit dem Anlagenersteller bzw. dem Hersteller erfolgen, um Diskussionen mit dem Bauherrn zu vermeiden.

Feuerstätten für feste Brennstoffe benötigen eine CE-Kennzeichnung, sofern sie einer harmonisierten europäischen Norm entsprechen, wie

  • Raumheizer für feste Brennstoffe mit und ohne Wasser führende Bauteile nach DIN EN 13240 (als Ersatz für DIN 18890 und DIN 18891),
  • Kamineinsätze einschließlich offene Kamine nach DIN EN 13229 (als Ersatz für DIN 18895-1 bis -3),
  • Herde für feste Brennstoffe nach DIN EN 12815 (als Ersatz für DIN 18880-1 und -2 und 18882),
  • Heizkessel für feste Brennstoffe mit planmäßiger Wärmeabgabe an den Aufstellraum nach DIN EN 12809,
  • Speicheröfen für feste Brennstoffe nach DIN EN 15250,

sonst ein Ü-Zeichen, z. B. für raumluftunabhängige Festbrennstofffeuerstätten oder Heizkessel nach DIN EN 303-5 für Heizkessel ohne motorischen Antrieb für feste Brennstoffe ohne planmäßige Wärmeabgabe an den Aufstellraum.

Für Bauarten (Zusammenfügung von Bauprodukten zu baulichen Anlagen oder zu Teilen von baulichen Anlagen), die von technischen Baubestimmungen wesentlich abweichen oder für die es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt (z. B. Errichtung einer Räucherkammer vor Ort) kann die oberste Bauaufsichtsbehörde entweder eine Zustimmung im Einzelfall (für den konkreten Einzelfall) oder den Verzicht auf eine Zustimmung im Einzelfall unter genau beschriebenen Voraussetzungen (für einen Einzelfall oder alle derartigen Anwendungsfälle in einem Bundesland) erteilen.

Beispiel eines Ü-Zeichens auf Basis eines Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses der Prüfstelle für Feuerstätten des TÜV SÜD:

Ü-Zeichen Prüfstelle Ofen TÜV SÜD

Die Gestaltung und Anbringung des Ü-Zeichens ist in der Übereinstimmungszeichen-Verordnung (ÜZVO) desjenigen Landes geregelt, in dem der Hersteller seinen Sitz hat.

Muster-Übereinstimmungsverordnung (MÜZVO) als pdf-Datei:

Übereinstimmungsverordnung Ü-zeichen



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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 18:48 Uhr