Samstag, 19 Apr 2014
 
 
Staubabscheider - 1. BImSchV PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Donnerstag, den 11. November 2010 um 20:17 Uhr

Einzelraumfeuerungen - Bestimmungen der neuen 1. BImSchV hinsichtlich Feinstaubabscheider

Die 1. BImSchV enthält Anforderungen an die Brennstoffe, Grenzwerte für den Schadstoffausstoß, Vorgaben für die Überwachung und eine Sanierungsregelung für bestehende Feuerungsanlagen.

Gerade alte Öfen verursachen einen oft sehr hohen Schadstoffausstoß. Deshalb fordert die 1. BImSchV (externer Link zum BMU), die Emissionen dieser Anlagen zu begrenzen. Um Verbraucherinnen und Verbraucher nicht übermäßig zu belasten, gelten aber für alte Öfen lange Übergangsfristen, die je nach Datum der Typprüfung zwischen 2015 und 2025 auslaufen.

Auch danach sind die Grenzwerte, die für alte Geräte gelten, weniger streng als die für Neuanlagen. Um die Übergangsregelung sozial verträglich zu gestalten, gibt es mehrere Ausnahmeregeln für einige Feuerstätten wie z.B. Öfen, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit darstellen, historische Öfen (vor 1950 errichtet), nichtgewerblich genutzte Herde und Backöfen, Badeöfen, offene Kamine und handwerklich vor Ort gesetzte Grundofen.

§ 26 Übergangsregelung für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe

Gemäß Absatz 2 dürfen Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, nur weiterbetrieben werden, wenn nachfolgende Grenzwerte nicht überschritten werden:
  1. Staub: 0,15 Gramm je Kubikmeter
  2. Kohlenmonoxid CO: 4 Gramm je Kubikmeter
Der Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte kann
  1. durch Vorlage einer Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder
  2. durch eine Messung unter entsprechender Anwendung der Bestimmungen der 1. BImSchV, Anlage 4 Nummer 3 durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger geführt werden.
Kann gemäß 1. BImSchV § 26 Absatz 4 ein Nachweis über die Einhaltung der Grenzwerte bis einschließlich 31.Dezember 2013 nicht geführt werden, sind bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen in Abhängigkeit des Datums auf dem Typschild zu dem im § 26  Absatz 2 genannten Zeitpunkten mit einer Einrichtung zur Reduzierung der Staubemissionen nach dem Stand der Technik nachzurüsten oder außer Betrieb zu nehmen:

Nachgeschaltete Einrichtungen zur Minderung der Staubemissionen nach dem Stand der Technik

Der Entwurf der ersten Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) sieht zurzeit die Nachrüstung von Feuerstätten für feste Brennstoffe bzw. deren dazugehörende Abgasanlagen mit »bauartzugelassenen« Filtersystemen vor.

Daher wurde im Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) eine Arbeitsgruppe »Feinstaubabscheider für handbeschickte Kleinfeuerungsanlagen« gebildet.

Ziel der Arbeitsgruppe ist die Entwicklung von Grundsätzen für die prüftechnische Nachweisführung, damit, basierend auf entsprechenden Prüfungsergebnissen, allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für nachrüstbare Staubabscheider erteilt werden können.

Die Arbeitsgruppe hat unter Beteiligung der Sachverständigenausschüsse »Abgasanlagen« und »Feuerungsanlagen« sowie interessierter Industriekreise einen ersten Entwurf des vorläufigen Prüfprogramms für Staubabscheider für handbeschickte Kleinfeuerungsanlagen erstellt.

Der Entwurf erfasst die sicherheitstechnischen Anforderungen an Nachrüst-Staubabscheider und berücksichtigt Anforderungen an deren Wirkungsweise.

Unter anderem für folgende aufgeführte handbeschickte, raumluftabhängige, einfachbelegte sowie geschlossen betriebene Raumheizer für den Brennstoff Scheitholz gelten die Prüfgrundsätze für die Beurteilung von Staubabscheider:
  • Raumheizer für feste Brennstoffe mit und ohne Wasser führende Bauteile nach DIN EN 13240 (Kaminöfen)
  • Kamineinsätze, Kachelöfen nach DIN EN 13229
  • Herde für feste Brennstoffe nach DIN EN 12815Speicheröfen (Speichereinzelfeuerstätten) für feste Brennstoffe nach DIN EN 15250
  • Heizkessel für feste Brennstoffe nach DIN EN 303-5
  • Feuerstätten nach den Fachregeln des Ofen- und Luftheizungsbaus (TR-OL 2006)
Das DIBt wird also nur allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen für Nachrüst-Staubabscheider erteilen, die sowohl den sicherheitstechnischen als auch den funktionalen Anforderungen genügen.

Nachfolgende wesentliche Anforderungen werden an Staubabscheider für handbeschickte Kleinfeuerungsanlagen gestellt, welche durch einen prüftechnischen Nachweis einer DIBt-Prüfstelle nachgewiesen werden müssen.
  • Anforderungen an die Betriebssicherheit auch bei Störung (Gasdichtheit, Sicherheit bei Rußbrand, Strömungswiderstand,…)
  • Anforderung an die Funktionssicherheit (Wirkungsweise, Reinigungsmöglichkeit, Störfall,…
  • Anforderung an die Bauteile (elektrische Sicherheit, mechanische Festigkeit,…)
  • und weiter Anforderungen

Zur Veröffentlichung des Prüfprogramms für die Antragsteller muss noch eine abschließende Abstimmung mit den Sachverständigen des DIBt durchgeführt werden.

Der Entwurf dieses Prüfprogramms ist jedoch keine Norm. Der Umfang des Nachweises wird immer mit Bezug auf die konstruktiven Besonderheiten des jeweiligen Staubabscheiders im Einzelfall festzulegen sein.

Dies kann daher Modifikationen des Prüfprogramms bedingen, welches in der Regel gegen Auftragserteilung eine vom DIBt anerkannte Prüfstelle (z.B. Feuerstättenprüfstelle des TÜV SÜD) zusammen mit dem Hersteller und dem DIBt abstimmt.

Nach erfolgreicher Eignungsprüfung und Zulassung des Nachrüst- Staubabscheiders durch das DIBt ist es dann möglich, Staubabscheider mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung zu verwenden.


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 16:33 Uhr