Donnerstag, 23 Feb 2017
 
 
Dauerbrand - Zeitbrand
Dauerbrand - Zeitbrand von Feuerstätten für feste Brennstoffe PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Samstag, den 30. Oktober 2010 um 16:56 Uhr

Dauerbrand und Zeitbrand von
Raumheizer DIN EN 13240 und Kamineinsätze DIN EN 13229

DIN EN 13240 (und auch DIN EN 13229) unterscheidet zwischen Dauerbrandfeuerstätten mit höheren Anforderungen an die Brenndauer bei Nennwärmeleistung und Schwachbrand sowie Zeitbrandfeuerstätten. Diese Regelung ersetzt die Abgrenzung von Feuerstätten mit Flach- und Füllfeuerung in DIN 18890 „Dauerbrandöfen für feste Brennstoffe“ und DIN 18891 „Kaminöfen für feste Brennstoffe“.

Nach der Definition in der DIN EN 13240 ist eine Zeitbrand-Feuerstätte eine Feuerstätte, die durch unterbrochene Betriebsweise eine Heizmöglichkeit bietet und welche die Anforderungen an das Gluthalten erfüllt.

Eine Dauerbrandfeuerstätte ist eine Feuerstätte mit Dauerbrandfähigkeiten, d.h. Dauerbrandfähig ist die Fähigkeit einer Feuerstätte, ohne Brennstoffaufgabe und ohne Eingriff in den Verbrennungsablauf eine bestimmte Mindestdauer bei Kleinstellung so weiterzubrennen, dass das Glutbett am Ende des Zeitraumes wiederentfacht werden kann.

Die Anforderungen an die Brenndauer stellt DIN EN 13240 in folgender Tabelle:

Brenndauer Zeitrand Dauerbrand DIN EN 13240

Entscheidend ist die Forderung, dass die Prüfbrennstoffmassen für Nennwärmeleistung, Schwachlast und Gluthalten gleich sein müssen, es ist nach DIN EN 13240 nicht zulässig, für die Prüfung der Schwachlast ein größere Brennstoffmasse aufzulegen.

Zusätzlich stellt DIN EN 13240 die Forderung, dass bei Dauerbrand-Feuerstätten bei der Prüfung der Schwachlast (Dauerbrandfähigkeit) die Grundglutmasse am Versuchsende mindestens der Grundglutmasse vor Auflegen der Brennstoffes entsprechen muss.

Bei der Prüfung der Dauerbrandfähigkeit darf lediglich der Förderdruck darf von 12 Pa auf 6 Pa gedrosselt werden.

Hierdurch wird der Hersteller bei der Typprüfung nach DIN EN 13240 gezwungen die Verbrennungsluft so weit zu drosseln um einen 10 h Abbrand bei Scheitholz und einen 12 h Abbrand für feste mineralische Brennstoffe (z.B. Braunkohlebriketts) zu ermöglichen.

Da der Brennstoff Holz keine Dauerbrandfähigkeit aufweist, wird bei Luftmangel eine unhygienische Verbrennung stattfinden und die Anforderungen für Deutschland z.B. gemäß der 1. BImSchV werden nicht erfüllt werden können.

Dementsprechend ist es praktisch kaum möglich eine positive Prüfung einer Dauerbrandfeuerstätte für den Brennstoff Holz nach DIN EN 13240 durchzuführen.

Sollen Dauerbrandfeuerstätten für eine Mehrfachbelegung einer Abgasanlage geeignet sein, muss gemäß DIN EN 13240, Abschnitt 5.1 der Nachweis der Eignung der Feuerstätte für Mehrfachbelegung durch eine „Sicherheitsprüfung bei natürlichem Förderdruck“ nach Abschnitt A.4.9.3 erfolgen. Gemäß den Erläuterungen in Abschnitt A.4.9.3 wird diese Prüfung nur für Dauerbrand-Feuerstätten durchgeführt, wenn sie für einen mehrfach belegten Schornstein geeignet sein sollen. Für Kamineinsätze / Kachelöfen nach DIN EN 13229 gelten analoge Forderungen.

Bei der „Sicherheitsprüfung bei natürlichem Förderdruck“ wird überprüft, ob der Förderdruck unter bestimmten Randbedingungen (4m Schornstein mit natürlichem Unterdruck) 3 Pa unterschreitet. Oder, falls der Förderdruck 3 Pa unterschreitet, darf die Kohlenstoffmonoxidgesamtmenge im Abgas berechnet im Normzustand während eines Zeitraums von weiteren 10 h nach Unterschreiten von 3 Pa nicht mehr als 250 dm3 betragen.

Wiederhochheizen des Feuers

Am Ende der Schwachlastprüfung oder des Gluthaltens werden die Bedienungselemente der Feuerstätte nach den Bedienungsanleitungen des Feuerstättenherstellers wieder auf Nennwärmeleistung eingestellt. Der Förderdruck wird so eingestellt, dass der statische Druck in der Messstrecke 10 Pa beträgt.

Anschließend wird Brennstoff aufgegeben (33 % der Masse wie für die Prüfung der Nennwärmeleistung). Jetzt muss der Brennstoff ohne äußere Unterstützung zünden.


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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. November 2012 um 13:46 Uhr