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Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Mittwoch, den 05. Februar 2014 um 16:35 Uhr

Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (AbP)

Für nicht geregelte Bauprodukte/Bauarten für die es allgemein anerkannte Prüfverfahren gibt sehen die Landesbauordnungen als Verwendbarkeitsnachweis ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP) vor.

Das Deutsche Institut für Bautechnik macht dies mit der Angabe der maßgebenden technischen Regeln und, soweit es keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt, mit der Bezeichnung der Bauprodukte in der Bauregelliste A bekannt.

In der Bauregelliste A ist definiert, für welche Produkte ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis erteilt werden kann. Für die Erteilung allgemeiner bauaufsichtlicher Prüfzeugnisse sind ausschließlich die dafür vom DIBt oder einer obersten Bauaufsichtsbehörde anerkannten Prüfstellen (Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle -auch PÜZ-Stellen genannt) wie z.B. die Feuerstättenprüfstelle des TÜV SÜD zuständig.

Feuerstätten für feste Brennstoffe - Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (abP)

In der Bauregelliste des DIBt sind im Hinblick auf die Erfüllung der baurechtlichen Anforderungen als Eignungsnachweis für Feuerstätten für feste Brennstoffe durch ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnisse zur Zeit nur Backöfen zur Verfeuerung von naturbelassenen Scheitholz für die ausschließliche Zubereitung von Pizzas (Pizzaöfen) genannt, siehe Bauregelliste A Teil 2 unter der laufenden Nummer 2.19 (Ausgabe 2013/2).

Dort sind als Bauprodukt „Mit Scheitholz befeuerte Backöfen mit offenem oder geschlossenem Feuerraum“ mit dem Verwendbarkeitsnachweis P (allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnisse) und als anerkanntes Prüfverfahren DIN 18880-2:1991-08 "Dauerbrandherde für feste Brennstoffe-Verfeuerung von Scheitholz" und zusätzlich Anlage 1 genannt.

Als Übereinstimmungsnachweis wird das ÜHP-Verfahren gefordert (Übereinstimmungserklärung des Herstellers nach werkseigener Produktionskontrolle des Herstellers und vorheriger Prüfung durch anerkannte Prüfstelle).
Auf die oben verwiesene Anlage 1 der Bauregelliste werden die für holzbefeuerte Pizzaofen relevanten Anforderungen eingeschränkt:

Das Prüfverfahren nach DIN 18880-2 und der mitgeltenden DIN 18880-1 ist auf die für den Einsatz von Scheitholz und für den Betrieb als Pizzaofen sicherheitsrelevanten Bedingungen beschränkt. Insbesondere sind dies:

  • DIN 18880-1, Abschnitt 5, ausschließlich Abschnitt 5.7.3 (Bemerkung: Dies ist wahrscheinlich ein Fehler in der Bauregelliste, da Abschnitt 5.7.3 Anforderungen an die Kochneigung stellt, die für Pizzaöfen aus Sicht des Autors nicht relevant sind). Sinn würde ein Verweis auf Abschnitt 5.7.5 „Prüfung bei maximaler Betriebsstellung“ machen. Abschnitt 5.7.5 definiert u.a. Prüfverfahren und Anforderungen an Oberflächentemperatur, Abgastemperatur, Wirkungsgrad und Emissionen.
  • DIN 18880-2, Abschnitt 6, ausschließlich Abschnitt 6.3 „Prüfung bei maximaler Betriebsstellung“ mit der Anforderung an eine Begrenzung der maximal möglichen Leistung auf das 1,6 fache der Nennwärmeleistung
  • Bezüglich der Aufstellungs- und Bedienungsanleitung ist DIN 18880-2, Abschnitt 7 und für die Kennzeichnung und Beschriftung DIN 18880-2, Abschnitt 8 zu beachten.

Die durchgeführte Prüfung der sicherheitstechnischen Anforderungen von einer anerkannten DIBt-Prüfstelle dient als Grundlage zur Erlangung eines allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses.

Der Hersteller des Pizzaofens ist berechtigt und verpflichtet, bei positiv verlaufenem Nachweisverfahren ein "Übereinstimmungszeichen" an dem betreffenden Bauprodukt (bzw. ggf. auf der Verpackung oder in Begleitpapieren) anzubringen.

Einzelheiten der Ausführung dieses Ü-Zeichens (Zeichenform, Größe, Textangaben zur Grundlage des Übereinstimmungsnachweises) gehen aus der "Verordnung über das Übereinstimmungszeichen" (Übereinstimmungszeichen-Verordnung ÜZVO) hervor.


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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 10. Februar 2014 um 12:26 Uhr