Donnerstag, 23 Feb 2017
 
 
Konformitätserklärung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Sonntag, den 25. Oktober 2009 um 12:51 Uhr

Konformitätserklärung des Herstellers für Feuerstätten für feste Brennstoffe

Mit der Konformitätserklärung bestätigt der Hersteller oder sein Vertreter in der EU, dass die vorgeschriebenen Verfahren zum Nachweis der Konformität durchgeführt worden sind und die Konformität des Bauprodukts ergeben haben. Die Konformitätserklärung ist schriftlich auszufertigen und wird vom Hersteller oder dessen Vertreter aufbewahrt. Sie muss auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden können. Folgende Angaben müssen in der Konformitätserklärung enthalten sein:

  1. Name und Anschrift des Herstellers oder seines Vertreters,
  2. Beschreibung des Bauproduktes,
  3. die bekanntgemachte harmonisierte oder anerkannte Norm, oder die dem Hersteller erteilte europäische technische Zulassung, die für die Beurteilung des Bauprodukts maßgeblich ist,
  4. besondere Verwendungshinweise,
  5. Namen und Anschriften der Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstellen,
  6. Name und Funktion der Person, die zur Unterzeichnung im Namen des Herstellers oder seines Vertreters ermächtigt ist.

Für Feuerstätten für Festbrenntstoffe wurde nach der  "Richtlinie 89/106/EWG über Bauprodukte" (Bauproduktenrichtline) das Konformitätsbescheinigungssystem 3 festgelegt.

Somit darf der Hersteller oder sein Vertreter eine Konformitätserklärung nur abgeben, wenn eine anerkannte neutrale Prüfstelle nach Erstprüfung des Bauprodukts bestätigt hat, daß das Bauprodukt den bekanntgemachten harmonisierten oder anerkannten Normen oder europäischen technischen Zulassungen entspricht und der Hersteller durch werkseigene Produktionskontrolle sichergestellt hat, daß das von ihm hergestellte Bauprodukt den bekanntgemachten harmonisierten oder anerkannten Normen oder europäischen technischen Zulassungen entspricht.

In der "Richtlinie 89/106/EWG über Bauprodukte", werden keine Angaben gemacht in welcher Amtssprache die Beschriftungen, Warnhinweise oder Anleitungen aufgebracht bzw. verfasst werden müssen. Daher müssen anhand der Richtlinie 2001/95/EG "Richtlinie 2001/95/EG über die allgemeine Produktsicherheit" nur Warnhinweise in der Amtssprache des Landes verfasst sein, in der das Produkt geliefert wird.

Die Bauproduktenrichtlinie enthält auch keine Vorschrift hinsichtlich der Sprache eines Prüfberichts einer anerkannten neutralen Prüfstelle.
.
Eine Besonderheit der Bauproduktenrichtlinie ist, dass das Konformitätszertifikat in der Amtssprache bzw. den Amtssprachen des Landes zu erstellen sind, in das das Produkt geliefert wird.

Für Feuerstätten für feste Brennstoffe wie Kaminöfen nach DIN EN 13240, Kamineinsätze / Kachelöfen nach DIN EN 13229, Herde nach DIN EN 12815 usw. bedeutet das, dass die Warnhinweise anhand der Richtlinie 2001/95/EG und nach den Produktnormen schriftliche Anleitungen für Installation, Betrieb, Wartung und ggf. für den Zusammenbau in der Amtssprache des Landes verfasst sein müssen in das es geliefert wird.

Alle anderen Texte auf der Feuerstätte und auf dem Geräteschild sind in der Sprache frei wählbar.

Sind die Bestimmungen des Anhangs erfüllt, so stellt der Hersteller oder sein im EWR ansässiger Bevollmächtigter eine Konformitätserklärung aus, welche das Anbringen der CE-Kennzeichnung erlaubt, und erhält diese aufrecht.

In der Konformitätserklärung muss der Hersteller (bzw. der In-Verkehr-Bringer) auch die Konformiät mit allen mitgeltenden EG-Richtlinien bestätigen.

Im Falle, dass Feuerstätten für Festbrennstoffe elektrische Komponenten besitzen (z.B Pelletofen mit Motoren, automatischer Zündung,... oder Konvektionsluftgebläse bei einem Kachelofen) ist der Nachweis der elektrischen Sicherheit (Niederspannungsrichtlinie) und der elektromagnetische Verträglichkeit (EMV-Richtlinie, Störaussendung und Störfestigkeit) der Feuerstätte zu führen.

Im Falle, dass Feuerstätten wasserführende Bauteile besitzen ist unter Umständen ebenfalls die Druckgeräterichtlinie zu beachten.

Beispiel einer Konformitätserklärung eines Kamineinsatz DIN EN 13229 mit wasserführenden Bauteilen:

In diesem Beispiel sind die Angaben der CE-Kennzeichnung in die EG-Konformitätserkärung für den Heizeinsatz nach DIN EN 13229 integriert.

Zusätzlich (nicht notwendig gemäß Anhang ZA der DIN EN 13229) wurden die bei der Prüfung des Kamineinsatzes ermittelten staubförmigen Emissionen eingetragen, z.B. für den Nachweis der Anforderungen der 1. BImScHV.

Aufgrund des zulässigen Betriebsdrucks von 3,0 bar und eines (beispielhaften) Wasserinhaltes des Kesselkörpers von > 17 Liter (Druck-Literprodukt > 50 bar x Liter) fällt die Feuerstätte auch neben der Bauproduktenrichtlinie 89/106/EWG unter die dann mitgeltende Druckgeräterichtline.

Es müssen dann von einer neben der Bauproduktenrichtline eine auch nach der Druckgeräterichtlinie akkreditierten Prüfstelle grundlegende Sicherheitsanforderungen der Richtlinie 97/23/EG nachgewiesen werden.

Konformitaetserklaerung_din_en_13229_h2o_gross.jpg

EG - Konformitätserklärung nach der Bauproduktenrichtlinie eines Kamineinsatzes nach DIN EN 13229 als pdf-Datei:

Konformitätserklärung Kamineinsatz DIN EN 13229

Beispiel einer Konformitätserklärung eines Raumheizers DIN EN 13240:

In diesem Beispiel sind die Angaben der CE-Kennzeichnung in die EG-Konformitätserkärung für den Raumheizers nach DIN EN 13240 integriert.

Zusätzlich (nicht notwendig gemäß Anhang ZA der DIN EN 13240) wurden die bei der Prüfung des Raumheizers ermittelten staubförmigen Emissionen eingetragen, z.B. für den Nachweis der Anforderungen der 1. BImScHV.

Konformitaetserklaerung_din_en_13240.jpg

EG - Konformitätserklärung nach der Bauproduktenrichtlinie eines Raumheizers (Kaminofens) nach DIN EN 13240 als pdf-Datei:

Konformitätserklärung Kamineinsatz DIN EN 13229

Beispiel einer Konformitätserklärung eines Raumheizers für Pellets (Pelletofen) DIN EN 14785:

In diesem Beispiel sind die Angaben der CE-Kennzeichnung in die EG-Konformitätserkärung für den Pellet-Raumheizer nach DIN EN 14785 integriert. Die CE-Kennzeichnung muss jedoch nicht Bestandteil der Konformitätserklärung sein.

Zusätzlich (nicht notwendig gemäß Anhang ZA der DIN EN 13229) wurden die bei der Prüfung des Pelletofens ermittelten staubförmigen Emissionen eingetragen, z.B. für den Nachweis der Anforderungen der 1. BImScHV.

Aufgrund der Verwednung von elektrischen Bauteilen wie z.B. Brennergebläse, Schneckenmotor, Zündkeramik, Steuerung usw. muss gemäß DIN EN 14785, Abschnitt 5.9, der Nachweis der elektrischen Sicherheit geführt werden.  Die Prüfung der elektrischen Sicherheit muss entsprechend den Anforderungen der DIN EN 60335-2-102 durchgeführt werden. Die zutreffenden Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und die Anforderungen der elektromagnetische Verträglichkeit EMV-Richtlinie (Störaussendung und Störfestigkeit) der Feuerstätte sollte von einer für diese EG-Richtlinien akkreditierten Prüfstelle nachgewiesen werden.

Konformitaetserklaerung_din_en_14785.jpg

Beispiel einer EG - Konformitätserklärung nach der Bauproduktenrichtlinie für einen Pelletofen / Pellet-Raumheizer nach DIN EN 14785 als pdf-Datei:

Konformitätserklärung Kamineinsatz DIN EN 13229


Falls Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, würden wir uns über einen Beitrag in unser Gästebuch freuen.

Gerne nehmen wir auch konstruktive Kritik, Anregungen oder Hinweise über Fehler entgegen.

Zugriffe auf diesen Beitrag: 3731
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. November 2011 um 13:54 Uhr