Sonntag, 22 Jan 2017
 
 
Normen & Anforderungen für Raumheizer

Es gibt für Feuerstätten für Festbrennstoffe aktuell drei Verfahren hinsichtlich des Verwendbarkeits- und Übereinstimmungsnachweises:

a) Verwendbarkeitsnachweis basierend auf dem CE-Zeichen
b) Verwendbarkeitsnachweis durch das Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen)
c) Zustimmung im Einzelfall

Der Verwendbarkeitsnachweis basierend auf dem CE-Kennzeichen erfolgt durch eine Prüfung von wichtigen Anforderungen nach einer Produktnorm durch eine anerkannte neutrale Prüfstelle wie z.B. der Feuerstättenprüfsstelle des TÜV SÜD.

Obwohl viele Produktnormen für Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe europäisch harmonisiert sind bestehen neben den Anforderungen der Produktnormen in einigen Länder weitreichendere Anforderungen z.B. an den Wirkungsgrad und die Emissionen die die Feuerstätten einhalten müssen.

Aufgrund besonderer geografischer Lagen mancher Wohnorte (Ballungsräume, Talkessel) werden bestimmte Anforderungen an die Abgaswerte von Feuerstellen gestellt. Die Grenzwerte sind hier besonders streng. Meistens werden höhere Anforderungen an den CO-Gehalt und den Gehalt an staubförmigen Emissionen  bei der Nennwärmeleistung der Feuerstelle gestellt.

Im Folgenden sind einige Produktnormen und einige weitreichendere Anforderungen zusammengestellt und erläutert.



Anforderungen an Feuerstätten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Sonntag, den 11. Oktober 2009 um 14:59 Uhr

Anforderungen an Feuerstätten

Obwohl viele Produktnormen für Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe europäisch harmonisiert sind bestehen neben den Anforderungen der Produktnormen in einigen Länder weitreichendere Anforderungen z.B. an den Wirkungsgrad und die Emissionen. Im Folgenden sind einige wichtige weitreichendere Anforderungen aufgelistet:

Übersicht der Anforderungen:

  1. BImSchV (Erste Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes)
  2. Brennstoffverordnung München (Brennstoffverordnung - BStV)
  3. Brennstoffverordnung Regensburg (Brennstoffverordnung - BStV)
  4. Brennstoffverordnung Aachen (Festbrennstoff-Verordnung (FBStVO)
  5. Österreich Verordnungen "15a"
  6. Schweizer Luftreinhalteverordnung (LRV)
  7. Dänische Kaminofenverordnung

1. BImSchV (Deutschland)

Durch die Revision der „Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes“ - kurz 1. BImSchV – werden erstmals in Deutschland auch die Emissionen von Kleinstfeuerungsanlagen wie z.B. dem klassischen Kamin- oder Kachelofen geregelt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. Oktober 2011 um 15:12 Uhr
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Brennstoffverordnung Regensburg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Freitag, den 07. Oktober 2011 um 16:40 Uhr

Brennstoffverordnung Regensburg

Verordnung der Stadt Regensburg über die Verwendung fester Brennstoffe (Brennstoffverordnung - BStV) vom 01. Dezember 2010

Die Stadt Regensburg hat mit der Brennstoffverordnung -BStV- vom 01.12.2010 im Stadtgebiet Regensburg eine Verschärfung der bisher bestehenden Brennstoffverordnung hinsichtlich des Verbots von Feuerungsanlagen für feste Brennstoffe wie Kaminöfen, Kachelöfen/Kamineinsätze, aber auch Holz-Heizkessel zum Schutz vor „schädlichen Einwirkungen durch Luftverunreinigungen durch ortsfeste Feuerstätten für feste Brennstoffe" durchgeführt.

Neu zu der bisherigen Regelung:
  • Aufnahme eines Grenzwertes von Stickoxiden NOx (< 200 mg/m³)
  • Eine Unterscheidung von Feuerstätten mit und ohne Wasserwärmetauscher. Für Einzelfeuerstätten mit Wasserwärmetauscher wurde der Grenzwert der staubförmigen Emissionen von 75 mg/m³ auf 50 mg/m³ gesenkt. Für Einzelfeuerstätten ohne Wasserwärmetauscher bleibt der bestehende Grenzwert für die staubförmigen Emissionen weiterhin bei 75 mg/m³ bestehen.
  • Anforderung, dass Einzelfeuerstätte für feste Brennstoffe nur als Zusatzheizung zu einer bestehenden Hauptheizung errichtet werden und die Nennwärmeleistung der Einzelfeuerstätte auf den Wärmebedarf des zu beheizenden Raumes auszulegen ist. Eine Überdimensionierung ist nicht zulässig. Bei wasserführenden Feuerstätten muss lediglich die raumseitige Nennwärmeleistung der Einzelfeuerstätte auf den Wärmebedarf des zu beheizenden Raumes ausgelegt werden. Die alte Begrenzung für Einzelraumfeuerstätten bis zu einer maximal zulässigen Nennwärmeleistung von 15 kW entfällt.
  • Anforderungen für Zentralheizungsanlagen (Kessel für Holzpellets und Holzhackschnitzel, Vergaserkessel für Scheitholz oder Kombinationskessel für Holzpellets bzw. Holzhackschnitzel und Scheitholz) hinsichtlich dem Kesselwirkungsgrad (> 89%), der Emissionen Kohlenmonoxid CO (< 250 mg/m³), staubförmige Emissionen (< 50 mg/m³) und der Stickoxide NOx (< 50 mg/m³) bei Nennwärmeleistung.
  • Scheitholzvergaserkessel sind nur genehmigungsfähig, sofern es sich um Anlagen mit Leistungs- und Feuerungsregelung zur Wärmeerzeugung mit ausreichend bemessenem Pufferspeicher handelt.

Die „Verordnung der Stadt Regensburg über die Verwendung fester Brennstoffe (Brennstoffverordnung - BStV) vom 01. Dezember 2010“

http://www.regensburg.de/sixcms/detail.php/stadtrecht?stadtrechtid=12850

§ 1 Verbot bestimmter Feuerungsanlagen

(1) Zum Schutz vor schädlichen Einwirkungen durch Luftverunreinigungen ist im Stadtgebiet von Regensburg die Errichtung und der Betrieb ortsfester Feuerstätten für feste Brennstoffe verboten.

(2) Das Verbot nach Absatz 1 gilt nicht für den Fortbetrieb von Feuerstätten, die bereits vor dem 17. März 1997 betrieben wurden. Darüber hinaus gilt Absatz 1 nicht für Feuerstätten für den gewerblichen Bereich, die bereits zum Zeitpunkt des Inkraftretens dieser Verordnung vom 01.12.2010 betrieben wurden. 

§ 2 Ausnahmen

(1) Die Stadt Regensburg hat Ausnahmen von den Verbotsbestimmungen des § 1 Absatz 1 dieser Verordnung auf Antrag zuzulassen, wenn überwiegende öffentliche Belange dies erfordern.

(2) Die Stadt Regensburg kann im Einzelfall nach Maßgabe der nachfolgenden §§ 3 bis 5 Ausnahmen von den Verbotsbestimmungen des § 1 Abs. 1 dieser Verordnung zulassen, wenn schädliche Einwirkungen für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft nicht zu befürchten sind.

(3) Die Ausnahme kann unter Bedingungen und Auflagen erteilt werden.

§ 3 Anforderungen für Einzelfeuerstätten (z. B. Kaminöfen, Kachelöfen)

(1) Beim Betrieb von Einzelfeuerstätten (z. B. Kaminöfen, Kachelöfen) sind folgende Emissionsgrenzwerte einzuhalten:
  1. Kohlenmonoxid: 1,5 g/m³ bei Nennwärmeleistung
  2. staubförmige Emissionen: 0,075 g/m³
  3. Stickoxide (NOx): 0,2 g/m³
Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas von 13% im Normzustand (273 K, 1013 hPa).

(2) Es dürfen nur die in § 3 Absatz 1 Nr 1 bis 4 und 5a der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BlmSchV) genannten Brennstoffe eingesetzt werden.

(3) Die Einzelfeuerstätte darf nur als Zusatzheizung zu einer bestehenden Hauptheizung errichtet werden.

(4) Die Nennwärmeleistung der Einzelfeuerstätte ist auf den Wärmebedarf des zu beheizenden Raumes auszulegen. Eine Überdimensionierung ist nicht zulässig.

(5) Die Einhaltung der Grenzwerte nach Absatz 1 ist für den Prüfbrennstoff Scheitholz durch Vorlage eines Zertifikates einer unabhängigen Feuerstättenprüfstelle nachzuweisen. Davon abweichend ist bei Einzelfeuerstätten zum ausschließlichen Betrieb mit Holzpellets die Einhaltung durch Vorlage eines Zertifikates einer unabhängigen Feuerstättenprüfstelle für den Prüfbrennstoff Holzpellets nachzuweisen.

(6) Durch eine Kaminzuteilung des zuständigen Bezirkskaminkehrermeister (ab. 01.01.3013: bevollmächtigten Schornsteinfegers) sind die Eignung des Kamins und die Einhaltung der Abstände zu Nachbargebäuden nach der Feuerungsverordnung (FeuV) und der 1. BlmSchV nachzuweisen.

§ 4 Anforderungen für Einzelfeuerstätten mit Wasserwärmetauscher

(1) Beim Betrieb von Einzelfeuerstätten mit Wasserwärmetauscher sind folgende Emissionsgrenzwerte einzuhalten:

  1. Kohlenmonoxid: 1,5 g/m³ bei Nennwärmeleistung
  2. staubförmige Emissionen: 0,05 g/m³
  3. Stickoxide (NOx): 0,2 g/m³
Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas von 13% im Normzustand (273 K, 1013 hPa).

(2) Als Brennstoff ist nur naturbelassene Biomasse gemäß § 3 Absatz 1 Nr. 4, 5 und 5a der 1. BlmSchV (u. a. Scheitholz, Holzpellets, Holzbricketts) zulässig. Betriebe der Holzbearbeitung und Holzverarbeitung können auch Brennstoffe nach § 3 Absatz 1 Nr. 6 und 7 der 1. BlmSchV einsetzten.

(3) Die raumseitige Nennwärmeleistung der Einzelfeuerstätte ist auf den Wärmebedarf des zu beheizenden Raumes auszulegen. Eine Überdimensionierung ist nicht zulässig.

(4) Die Einhaltung der Grenzwerte nach Absatz 1, bezogen auf die unter Absatz 2 genannten Brennstoffe der nachwachsenden Art ist durch Vorlage eines Zertifikates einer unabhängigen Feuerstättenprüfstelle nachzuweisen.

(5) Durch eine Kaminzuteilung des zuständigen Bezirkskaminkehrermeisters (ab. 01.01.2013: bevollmächtigten Schornsteinfegers) sind die Eignung des Kamins und die Einhaltung der Abstände zu Nachbargebäuden nach der FeuV und der 1. BlmSchV nachzuweisen.

§ 5 Anforderungen für Zentralheizungsanlagen (Heizkessel)

(1) Beim Betrieb von Zentralheizungsanlagen in Form von Kessel für Holzpellets und Holzhackschnitzel, Vergaserkessel für Scheitholz oder Kombinationskessel für Holzpellets bzw. Holzhackschnitzel und Scheitholz sind folgende Emissionsgrenzwerte einzuhalten:
  1. Kohlenmonoxid: 0,25 g/m³ bei Nennwärmeleistung
  2. staubförmige Emissionen: 0,05 g/m³
  3. Stickoxide (NOx): 0,2 g/m³
Die Emissionsgrenzwerte beziehen sich auf einen Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas von 13% im Normzustand (273 K, 1013 hPa).

(2) Als Brennstoff ist nur naturbelassene Biomasse gemäß § 3 Absatz 1 Nr. 4,5 und 5a der 1. BlmSchV zulässig (u. a. Scheitholz, Holzpellets, Hackschnitzel). Betriebe der Holzbearbeitung und Holzverarbeitung können auch Brennstoffe nach § 3 Abs. 1 Nr. 6 und 7 der 1. BlmSchV einsetzten.

(3) Der Kesselwirkungsgrad muss mindestens 89% betragen.

(4) Scheitholzvergaserkessel sind nur genehmigungsfähig, sofern es sich um Anlagen mit Leistungs- und Feuerungsregelung (Temperaturfühler hinter der Verbrennungskammer und/oder Lambdasonde zur Messung des O2-Gehaltes im Abgasrohr) zur Wärmeerzeugung mit ausreichend bemessenem Pufferspeicher handelt.

(5) Die Einhaltung der Grenzwerte nach Absatz 1, bezogen auf die unter Absatz 2 genannten Brennstoffe der nachwachsenden Art sowie den Wirkungsgrad nach Absatz 3 ist durch Vorlage eines Zertifikates einer unabhängigen Feuerstättenprüfstelle nachzuweisen.

(6) Durch eine Kaminzuteilung des zuständigen Bezirkskaminkehrermeister (ab. 01.01.213: bevollmächtigter Schornsteinfegers) sind die Eignung des Kamins und die Einhaltung der Abstände zu Nachbargebäuden nach der FeuV und der 1. BlmSchV nachzuweisen.



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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. Oktober 2011 um 15:09 Uhr
 
Brennstoffverordnung München PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Donnerstag, den 06. Oktober 2011 um 16:53 Uhr

Neue Münchner Brennstoffverordnung

In München ist am 10.09.2011 eine neue Brennstoffverordnung (BStV) in Kraft getreten. Sie gilt für Feuerstätten mit festen Brennstoffen wie Holz oder Kohle, die vorrangig zur Beheizung des Aufstellraumes verwendet werden.

Die Münchner Regelung geht damit deutlich über die derzeitigen Anforderungen des Gesetzgebers (1. Bundesimmissionsschutzverordnung) hinaus. Beim Neukauf von handbeschickten Geräten für feste Brennstoffe (zum Beispiel Scheitholz, Holzpellets, Briketts), die zusätzlich zur Zentralheizung betrieben werden, müssen in München  künftig die Grenzwerte beachtet werden, die bundesweit erst ab 1. Januar 2015 gelten.

Andere deutsche Städte haben diesen Weg bereits eingeschlagen. So hat die Stadt Aachen eine Festbrennstoff-Verordnung (FBStVO) vom 28.06.10 mit Emissionsgrenzwerten für Neuanlagen von 0,04 g/m³ für Staub und 1,25 g/m³ für CO festgelegt.

Die Stadt Regensburg hat ihre Brennstoffverordnung im Dezember 2010 geändert und fordert Emissionsgrenzwerte von 1,50 g/m³ für CO, 0,05 g/m3 für Staub und 0,2 g/m³ für Stickoxide NOx.

Die in der Münchner Brennstoffverordnung bisher enthaltene Leistungseinschränkung auf 15 kW ist wie in der novellierten 1. BImSchV nicht mehr enthalten, da Einzelraumfeuerungsanlagen erfahrungsgemäß nicht in diesem Leistungsspektrum angeboten werden.

Auch feststoffbefeuerte Herde mit oder ohne indirekt beheizte Backvorrichtung fallen darunter. Diese Anlagen dürfen im Stadtgebiet der Landeshauptstadt München nur errichtet und betrieben bzw. wesentlich geändert werden, wenn sie die in der Verordnung festgesetzten Emissionsgrenzwerte für Kohlenmonoxid, Staub und Stickoxide und einen Mindestwirkungsgrad einhalten.

Für ältere Anlagen, die bereits betrieben werden, gilt zunächst eine Übergangsregelung.

Die neue Münchner Brennstoffverordnung löst die bisher für die Neuanlagen geltende Brennstoffverordnung vom 30.10.1999 in der zuletzt geänderten Fassung vom 03.05.2006 ab.

Abweichend vom bisherigen Prozedere bedürfen Neuanlagen künftig keiner Ausnahmezulassung mehr. Es genügt, wenn die Anlage vor ihrer Inbetriebnahme beim Referat für Gesundheit und Umwelt unter Vorlage der entsprechenden Prüfstandsmessbescheinigung angezeigt wird und die Anlage ausweislich der Messbescheinigung die maßgeblichen Emissionsgrenzwerte und den Mindestwirkungsgrad einhält. Wer jedoch versäumt, seine Anlage anzuzeigen, riskiert ein Bußgeld.

Die wichtigsten Anforderungen im Überblick:

1. Zulässige Brennstoffe

Es dürfen nur folgende Brennstoffe eingesetzt werden, sofern sie auch in der Betriebsanleitung des Herstellers als zulässige Brennstoffe genannt sind:
  • Steinkohlen, nicht pechgebundene Steinkohlenbriketts, Steinkohlenkoks
  • Braunkohlen, Braunkohlenbriketts und Braunkohlenkoks
  • Brenntorf, Presslinge aus Brenntorf
  • Grill-Holzkohle, Grill-Holzkohlebriketts nach DIN EN 1860
  • naturbelassenes, stückiges Holz, einschließlich anhaftender Rinde, insbesondere in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln, sowie Reisig und Zapfen
  • Presslinge aus naturbelassenem Holz in Form von Holzbriketts nach DIN 51731, oder in Form von Holzpellets nach den brennstofftechnischen Anforderungen des DINplus – Zertifizierungsprogramms „Holzpellets zur Verwendung in Kleinfeuerstätten nach DIN 51731-HP 5“ sowie andere Holzbriketts oder Holzpellets aus naturbelassenem Holz mit gleichwertiger Qualität.
Rindenpresslinge stellen keine zulässigen Brennstoffe im Sinne von Buchst. f dar und dürfen in den Einzelraumfeuerungsanlagen nicht eingesetzt werden.

2. Emissionsgrenzwerte

Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe, mit Ausnahme von Grundöfen und offenen Kaminen, dürfen ab Inkrafttreten der Münchner Brennstoffverordnung 2011 nur errichtet und betrieben werden, wenn für die Feuerstättenart der Einzelraumfeuerungsanlagen durch eine Typprüfung des Herstellers belegt werden kann, dass unter Prüfbedingungen die Anforderungen an die Emissionsgrenzwerte nach Anlage 4 Nr. 1 Stufe 2 der 1. BImSchV und an den Mindestwirkungsgrad nach Anlage 4 Nr. 1 der 1. BImSchV eingehalten werden und zusätzlich die Emissionen an Stickoxiden NOx im Abgas eine Massenkonzentration von 0,2 g/m³ bezogen auf einen Volumengehalt an Sauerstoff im Abgas von 13% im Normzustand (273 K, 1013 hPa) und bei Nennwärmeleistung nicht überschreiten.

Tabelle der Anlage 4 Nr. 1 der 1. BImSchV, Stufe 2: Emissionsgrenzwerte und Mindestwirkungsgrade für Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe (Anforderungen bei der Typprüfung)

Feuerstättenart

Technische Regeln

CO
[g/m3]

Staub
[g/m3]

Mindest-
wirkungsgrad
[%]

Raumheizer
mit Flachfeuerung

DIN EN 13240
Zeitbrandfeuerstätte

1,25

0,04

73

Raumheizer
mit Füllfeuerung

DIN EN 13240
Dauerbrandfeuerstätte

1,25

0,04

70

Speichereinzel-
feuerstätten

DIN EN 15250

1,25

0,04

75

Kamineinsätze
(geschlossene
Betriebsweise)

DIN EN 13229

1,25

0,04

75

Kachelofeneinsätze
mit Flachfeuerung

DIN EN 13229

1,25

0,04

80

Kachelofeneinsätze
mit Füllfeuerung

DIN EN 13229

1,25

0,04

80

Herde

DIN EN 12815

1,50

0,04

70

Heizungsherde

DIN EN 12815

1,50

0,04

75

Pelletöfen ohne
Wassertasche

DIN EN 14785

0,25

0,03

85

Pelletöfen mit
Wassertasche

DIN EN 14785

0,25

0,02

90


3. Typprüfung des Herstellers

Für Neuanlagen gelten bundesweit Grenzwerte, die bei einer Typprüfung welche von einer neutralen Prüfstelle für Feuerstätten durchgeführt werden muss, einzuhalten sind. Messungen finden also statt, bevor ein Gerät auf den Markt kommt. Betroffen sind in München nicht nur der Ausstoß an Kohlenmonoxid (CO) und Staub sondern auch die Stickoxide (NOx), daneben gibt es eine Mindestanforderung für den Wirkungsgrad.

4. Nachweisverfahren durch Anzeige

Nach der neuen Münchner Brennstoffverordnung ist der Betreiber verpflichtet, die Anlage vor Inbetriebnahme mit der entsprechenden Prüfstandsmessbescheinigung beim Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt, Bayerstr. 28a, 80335 München anzuzeigen.

Die Anzeige ist formlos. In der Anzeige ist die Standortadresse, die Feuerstättenart, der Hersteller und die genaue Typenbezeichnung anzugeben. Die Anzeige kann auch anhand eines Anzeigeformblattes abgeben werden. Dieses finden Sie auf der städtischen Internetseite http://www.muenchen.de/Rathaus/rgu/.

Wie bei allen Festbrennstoff Feuerstätten, die in Bayern aufgestellt werden, weisen wir darauf hin, dass entsprechend Art. 78 Abs. 3 der Bayerischen Bauordnung die Feuerstätte erst in Betrieb genommen werden darf, wenn der Bezirkskaminkehrermeister die Tauglichkeit und die sichere Benutzbarkeit der Abgasanlagen bescheinigt hat.

Weitere Infos vom Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt unter http://www.muenchen.de/Rathaus/rgu/gutachten_genehm_vorschr/index

Die Münchner Brennstoffverordnung als pdf-Datei


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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 07. Oktober 2011 um 05:08 Uhr
 
Normen PDF Drucken E-Mail
Normen und Anforderungen

Normen für Feuerstätten für Festbrennstoffe

Europäische Normung

Ziel der Europäischen Normung ist die Harmonisierung der nationalen Normen in den Mitgliedsländern.

Dies geschieht durch einheitliche Einführung internationaler Normen oder Erarbeitung europäischer Normen, wenn dies durch europäische Erfordernisse gerechtfertigt ist. Heute sind 85 - 90 % aller Normungsvorhaben des DIN europäischen bzw. internationalen Ursprungs. Zum Vergleich: 1984 waren noch 80 % aller DIN-Normungsvorhaben nationalen Ursprungs. Die europäische Normung schafft so die Voraussetzung zur Verwirklichung des Europäischen Binnenmarktes.

Auf dieser Seite sind einige wichtige Produktnormen für Feuerstätten für Festbrennstoffe aufgelistet.

Am 30. Juni 2007 endete die Übergangsfrist der für Einzelfeuerstätten anzuwendenden europäischen Normen mit den nationalen deutschen Normen DIN 18880, DIN 18882, DIN 18890, DIN 18891, DIN 18892 und DIN 18895.

Dies hat zur Folge, dass die von den europäischen Normen erfassten häuslichen Feuerstätten ab dem 01.Juli 2007 zwingend mit der CE-Kennzeichnung auf Basis einer Konformitätserklärung des Herstellers als baurechtlicher Verwendungsnachweis gekennzeichnet werden müssen. Die Konformitätsprüfung muß in wesentlichen neuen, sicherheitsrelevanten Prüfabschnitten von einer notifizierten Prüfstelle wie z.B. der Feuerstättenprüfstelle TÜV SÜD durchgeführt werden.

Die neuen Normen stellen u. a. wesentliche Anforderungen an Brandsicherheit, Emissionen, Freisetzung von gefährlichen Stoffen, elektrische Sicherheit, maximalen Betriebsdruck, mechanische Festigkeit, Wärmeleistung und Energieeffizienz.

Im folgenden sind einige EN Normen und DIN Normen aufgeführt.

DIN EN 12815

Herde für feste Brennstoffe - Anforderungen und Prüfungen;

Deutsche Fassung EN 12815:2001 + A1:2004 (einschließlich Berichtigung!)

Anwendungsbereich

Diese europäische Norm beschreibt Anforderungen an Auslegung, Herstellung, Ausführung, Sicherheit und Leistungsvermögen (Wirkungsgrad und Emission), Anleitung und Kennzeichnung zusammen mit zugehörigen Prüfverfahren und Prüfbrennstoffen für die Typprüfung von häuslichen Herden für feste Brennstoffe (Prüfung Herd).

Diese Norm gilt für handbeschickte Feuerstätten, deren Hauptfunktion das Kochen und deren weitere Funktion die Beheizung des Aufstellungsraumes ist. Heizungsherde liefern auch erwärmtes Brauchwasser und/oder erwärmtes Wasser für zentrale Heizungsanlagen. Diese Feuerstätten können entweder feste mineralische Brennstoffe, Torfbriketts, Holzbriketts, Holzscheite oder mehrere dieser Brennstoffe nach Anleitung des Feuerstätten-Herstellers verfeuern.
Diese Norm gilt nicht für Feuerstätten, die aus einem Vorratsbehälter beschickt werden, die mechanisch betrieben werden oder die ein Verbrennungsluftgebläse haben.

Für diese Feuerstätten, Herde für feste Brennstoffe, muss eine Prüfung bzw. Baumusterprüfung von einer anerkannten neutralen Prüfstelle erfolgen.

Mehr Informationen über die notwendigen Prüfungen für Raumheizer nach DIN EN 12815 sind hier zu finden.

DIN EN 13240

Raumheizer für feste Brennstoffe - Anforderungen und Prüfungen

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 08. Juni 2011 um 19:53 Uhr
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