Freitag, 21 Jul 2017
 
 
Feuerstättentypen PDF Drucken E-Mail

Im folgenden werden einige Feuerstättentypen aufgeführt, die eine

  1. CE-Kennzeichnung nach der Bauproduktenrichtlinie benötigen auf Basis einer europäisch harmonisierten Norm, die im Amtsblatt der Europäischen Union (*) bekannt gegeben wurde
  2. CE-Kennzeichnung nach der Maschinenrichtlinie benötigen auf Basis einer europäisch harmonisierten Norm, die noch nicht im Amtsblatt der Europäischen Union bekannt gegeben wurde
  3. Ü-Kennzeichnung (Ü-Zeichen) benötigen nach der Bauregelliste des DIBT
  4. weder eine Ü-Kennzeichnung noch eine CE-Kennzeichnung benötigen

(*)  Das Amtsblatt der Europäischen Union "Official Journal of the European Communities" legt den Zeitpunkt für die Anwendung von harmonisierten europäischen Normen im Bereich Feuerstätten für feste Brennstoffe fest.

zu 1)

  • Raumheizer für feste Brennstoffe (auch mit Wasser führenden Bauteilen) nach DIN EN 13240.
    Feuerstätten nach DIN EN 13240  (vormals DIN 18890 "Dauerbrandöfen" und DIN 18891 "Kaminöfen" ) sind frei stehende oder einzubauende Feuerstätten (Kaminöfen oder transportable Kamine) ohne funktionale Änderungen (ohne funktionale Änderung bedeutet, dass eine Veränderung der Verkleidung die Wärmeabgabe verändert, jedoch nicht die Verbrennung beeinflusst) für feste Brennstoffe. Verfeuerung von Scheitholz, Braunkohlebriketts oder Steinkohle (jedoch kein Koks). Über die Norm DIN EN 13240 werden Kaminöfen oder transportable Kamine sowohl für den Zeitbrand (vormals DIN 18891) als auch für den Dauerbrand (vormals DIN 18890) definiert. Der entsprechende Hinweis, ob die Feuerstätte für den Zeit- oder den Dauerbrand geeignet ist, muss sich auf dem Typenschild der jeweiligen Feuerstätte befinden. Hinweise hierzu sind in den jeweiligen Artikeln hinterlegt.

  • Kamineinsätze einschließlich offene Kamine nach DIN EN 13229.
    Feuerstätten nach DIN EN 13229 (vormals DIN 18895-1 bis -3) sind Feuerstätten für feste Brennstoffe (Kamineinsätze, Kachelofeneinsätze und offene Kamine), die in eine Nische oder in eine Verkleidung eingebaut werden. Über die Norm DIN EN 13229 werden Kamin-Heizeinsätze sowohl für den Zeitbrand als auch für den Dauerbrand definiert. Der entsprechende Hinweis, ob die Feuerstätte für den Zeit- oder Dauerbrand geeignet ist, muss sich auf dem Typenschild der jeweiligen Feuerstätte befinden.

  • Herde für feste Brennstoffe nach DIN EN 12815
    Feuerstätten nach DIN 12815 (als Ersatz für DIN 18880-1 und -2 und 18882) sind Feuerstätten (Herde) für feste Brennstoffe, deren Hauptfunktion das Kochen (ggf. Backen) und deren weitere Funktion die Beheizung des Aufstellraums ist. Herde nach DIN EN 12815 können auch wasserführende Bauteile besitzen (Heizungsherde).

  • Speicheröfen für feste Brennstoffe nach DIN EN 15250
    Diese europäische Norm gilt für handbeschickte Feuerstätten mit Wärmespeicherung, die Wärme für eine angegebene Zeit abgeben können, nachdem das Feuer erloschen ist. Diese europäische Norm legt auch die Mindestdauer fest, in der die Feuerstätte die maximale Oberflächentemperatur erreicht und in der die Oberflächentemperatur auf 50 % dieses Maximalwertes abfällt. Diese Feuerstätten beheizen den Aufstellungsraum.

    DIN EN 15250 ist nur für solche Speicherfeuerstätten anzuwenden, die entweder als fertig montierte Feuerstätte oder als vom Hersteller bestimmte Einheit, die aus vorgefertigten Komponenten besteht, vor Ort nach den Herstellerangaben aufgestellt wird. Vom Handwerk gefertigte Installationen sind nicht enthalten.

    Die Feuerstätten können entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers entweder feste mineralische Brennstoffe, Torfbriketts, Holzscheite, Holzbriketts oder mehrere dieser Brennstoffe verfeuern. Von Hand zu befüllende Holzpellets können entweder auf den vorhandenen Feuerraumbodenrost der Feuerstätte oder in einer speziellen Vorrichtung, die der Betreiber in den vorhandenen Feuerraum hineinstellt, platziert werden.

    DIN EN 15250  gilt nicht für mechanisch beschickte Feuerstätten, Feuerstätten mit Verbrennungsluftgebläse oder Feuerstätten mit wasserführenden Bauteilen.

  • Heizkessel für feste Brennstoffe mit planmäßiger Wärmeabgabe an den Aufstellraum nach DIN EN 12809
  • Raumheizer zur Verfeuerung von Holzpellets nach Raumheizer zur Verfeuerung von Holzpellets nach DIN EN 14785:2006-09, Anforderungen und Prüfverfahren, Anforderungen und Prüfverfahren

zu 2)

Im Moment keine, DIN EN 14785:2006-09 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union am 01.01.2010 veröffentlicht (mehr Info)

zu 3)

  • Raumluftunabhängige Feuerstätten für feste Brennstoffe (Ü-Zeichen auf Basis einer Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, Prüfung nach Zulassungsgrundsätzen des DIBt)
  • Pizzaöfen nach DIN 18880 (Ü-Zeichen auf Basis eines Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses, Prüfung in Anlehnung nach DIN 18880)
  • Speicheröfen mit wasserführenden Bauteilen (Ü-Zeichen auf Basis einer Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, Prüfung in Anlehnung nach DIN 15250)

zu 4)

  • Handwerklich, vor Ort erstellte Grundöfen nach den TROL 2006, "Technische Richtlinien des Ofen- und Luftheizungsbauerhandwerks"

Erläuterungen:

  • Zeitbrand-Feuerstätten sind Feuerstätten, die die herkömmliche Zentralheizung für kurze Zeit ersetzen oder in der kalten Jahreszeit unterstützen können. Zeitbrand-Feuerstätten können mit Scheitholz oder Braunkohlebriketts betrieben werden. Eine Dauerbrandfunktion ist nicht möglich!
  • Dauerbrand-Feuerstätten sind Feuerstätten, die auf eine Mindestbrenndauer bei der Verwendung von Kohleprodukten (i.d.R. Steinkohle wie Anthrazit) geprüft sind. Wird die Kohle bei Teillast verfeuert und die Feuerstätte ordnungsgemäß bedient, kann eine Brenndauer von bis zu ca. 12 Stunden erreicht werden. Wird die Kohle bei Nennwärmeleistung verfeuert und die Feuerstätte ordnungsgemäß bedient, kann eine Brenndauer von bis zu ca. 4 Stunden erreicht werden. Bei der Verwendung von Scheitholz und Braunkohlebriketts ist die Brenndauer wesentlich niedriger. Eine Dauerbrandfunktion kann mit diesen Brennstoffen nur schwer erreicht werden.

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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 17:08 Uhr