Montag, 24 Apr 2017
 
 
Ethanolkamine - Sicherheitshinweise PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dipl.-Ing. Dirk Weisgerber   
Samstag, den 09. Oktober 2010 um 19:41 Uhr

Sicherheits- und Gebrauchshinweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit dekorativen Ethanolfeuerstellen

Ethanolöfen sind eine alternative, für all diejenigen die Freude an Flammenspiel haben, aber keinen Platz für eine Festbrennstoff-Feuerstätte wie z.B. einen Kaminofen oder Kamineinsatz haben bzw. keine Möglichkeit besitzen einen Schornsteinanschluß anzubringen.

Käufer von dekorativen Ethanolfeuerstellen (auch bekannt unter Ethanol-Öfen, Bioethanolofen, Ethanolkamin, Gelkamin, Dekokamin usw.) sollten darauf achten, dass ihre Feuerstelle alle Anforderungen der DIN 4734-1 einhält, was durch eine Prüfung einer neutralen und unabhängigen Feuerstätten-Prüfstelle wie die Feuerstellenprüfstelle des TÜV SÜD in München nachgewiesen werden sollte.

Auch bei Beachtung aller Vorschriften muss der Betreiber beim Umgang mit einem offenen Feuer in der Wohnung verantwortungsvoll handeln um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Nachfolgend werden einige Sicherheits- und Gebrauchshinweise für einen verantwortungsvollen Umgang mit dekorativen Ethanolfeuerstellen aufgeführt. Die Erläuterungen sollen aber niemanden dem Spaß an dekorativen Ethanolfeuerstellen im Wohnbereich verderben, jedoch ist für den sicheren Betrieb ein sehr verantwortungsvoller Umgang mit offenen Flammen im Wohnbereich unerlässlich.

Aus besonderem Anlass vorab: Insbesondere ist besonders beim Befüllen und Wiederbefüllen von Ethanolfeuerstellen erhöhte Vorsicht geboten. Bitte niemals in den heißen oder sogar noch brennenden Brenner Ethanol nachfüllen!

Folgende Erläuterungen können keine Gewähr auf Vollständigkeit geben, da viele unterschiedliche Gerätearten verwendet werden. Es sind immer die Anweisungen der Aufbau- und Bedienungsanleitung der jeweiligen Ethanolfeuerstelle zu beachten.

Falls wir wesentliches vergessen habe, oder sich Fehler eingeschlichen haben, bitten wir um eine kurze Mitteilung über unser Kontaktformular. Vielen Dank!

Aufstellung - Grundsätzliches

Vor der Anschaffung sollte grundsätzlich überlegt werden, ob für eine Feuerstelle mit offenen Flammen und ggf. heißen Bauteilen ein sicherer Platz im Haushalt vorhanden ist. Wenn im Haushalt kleine Kinder oder Haustiere leben, sollte besser auf die Anschaffung eines Ethanol-Kamins verzichtet werden.

Dekorative Ethanolfeuerstellen gelten bei Beachtung der geltenden Bestimmungen wie DIN 4734-1 und den baurechtlichen Beschlüsse des DIBt zwar nicht als Bauprodukte bzw. nicht als Feuerungsanlage, aber einige geltende Aufstellbedingungen sollten (in Anlehnung) beachtet werden.

Dementsprechend sollte Ethanolkamine nicht aufgestellt und betrieben werden:

  • In Treppenräumen (Fluchtwege)
  • In allgemein zugänglichen Fluren(Fluchtwege)
  • Außerhalb des privaten Wohnbereichs
  • In Garagen
  • In Räumen, in denen leicht entzündliche oder explosive Stoffe lagern
  • In ungenügend belüfteten Räumen.
  • In öffentlich zugänglichen Bereichen ohne Aufsicht
  • In Bereichen, die nicht gegen Querlüftung geschützt sind
  • Auf Tischen, Möbelstücken, Wandborden etc. (Gefahr des Herunterfallens)
  • In Bereichen mit Stoffvorhängen
  • Keine Montage an brennbaren bzw. zu schützenden Wänden (z.B. tragende Wände) oder Böden

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Aufstellung und Belüftung

Ethanol verbrennt unter Flammenbildung bei vollständiger Oxidation (stöchiometrische, vollständige Verbrennung) mit einem Heizwert von etwa 29 MJ/kg zu Kohlendioxid und Wasser.

Eine vollkommene Verbrennung ist aber praktisch nicht möglich, so dass insbesondere bei ungünstig konstruierten Ethanolfeuerstellen nicht ausreichend Sauerstoff der Verbrennung zugeführt werden kann, oder die Verbrennung durch Kontakt der Flammen an Gegenstände wie z.B. Dekohölzer oder Bauteile der Feuerstelle gestört wird und Kohlenmonoxid (CO) entstehen wird.

Aus diesen Gründen muss auf eine ausreichende Belüftung des Aufstellraums von Ethanolfeuerstellen geachtet werden.

Überwiegend wird aber bei der Verbrennung von Ethanol Kohlenstoffdioxid CO2 und Wasser freigesetzt. Während das aus dem Ethanol bei der Verbrennung freigesetzte Wasser (bis zu 1,4 m³ Wasserdampf je Liter verbrannten Ethanol) eher hygienische Probleme verursachen  kann (aber auch Schimmelbildung durch zu hohe Luftfeuchtigkeit bei nicht ausreichender Belüftung) beruht die direkte Schadwirkung von CO2 auf den Mensch überwiegend auf eine Verdrängung des Sauerstoffes in der Luft.

CO2 ist schwerer als Luft, es sammelt sich daher an tiefen Stellen, wenn die Luftbewegung eingeschränkt ist. Da CO2 geruchlos ist, kann ein ansteigender CO2-Gehalt in der Luft vom Menschen nicht bemerkt werden.

Bei einer Kohlenstoffdioxid-Konzentration unter 800 ppm in der Raumluft gilt die Raumluftqualität als gut. Werte zwischen 800 ppm und 1400 ppm (0,08 bis 0,14 Vol.%) gelten als mittel bis mäßige Qualität. Unterhalb der Maximalen Immissions-Konzentration (MIK) von 3000 ppm (0,3 Vol.%) bestehen keine Gesundheitsbedenken bei dauerhafter Einwirkung.

Die „Maximale Arbeitsplatz-Konzentration“ (MAK-Wert) für eine tägliche Exposition von acht Stunden pro Tag liegt bei 0,5 Vol.% bzw. 5000 ppm CO2. Die Einhaltung dieses Grenzwerts wird auch in E DIN 4734 als maximal zulässiger Grenzwert gefordert.

Ein Erwachsener bei leichter Arbeit hat eine CO2- Abgabe von ca. 23000 ml/h und eine CO2- Abgabe sitzend von ca. 15000 ml/h.

Bei einer vollständigen Verbrennung entsteht bei der Verbrennung von 1 kg Ethanol (C2H6O) Abgas welches aus ca. 14 Vol. % CO2 (140.000 ppm) besteht. Das gesamte Abgasvolumen beträgt bei stöchiometrischer Verbrennung (Lambda = 1) ca. 8,4 m³ je kg verbrannten Ethanol, das CO2-Volumen beträgt ca. 1,2 m³ je kg verbrannten Ethanol.

Bei dem gemäß DIN 4734 maximal zulässigem Brennstoffverbrauch eines Dekokamins von 0,5 l/h (ca. 0,4 kg/h) Ethanol entstehen ca. 0, 4 m³/h bzw. ca. 450000 ml/h Kohlenstoffdioxid CO2.

Um einen mittleren maximalen CO2-Grenzwert von 5000 ppm einzuhalten, muss das Raumvolumen bei einem einfachem Luftwechsel (n = 1 1/h) umgerechnet ca. 112 m³ (43m² bei einer Raumhöhe von 2,6 m) betragen.

Bei einem dichten Raum und einem angenommen Luftwechsel von 0,2 1/h beträgt das notwendige Raumvolumen bereits ca. 450 m² (173 m² bei einer Raumhöhe von 2,6 m). Die Ergebnisse dieser Berechnung sind abhängig von der Ethanolqualität und dem Brennstoffdurchsatz.

Siehe hierzu auch die Berechnungsbeispiele unten.

Aus diesem Grunde ist es wichtig auf eine geeignete Raumgröße für die Aufstellung der dekorativen Ethanolfeuerstelle zu achten und für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.

Die Angaben der Aufstellungs- und Bedienungsanleitung sollten hinsichtlich dieser Anforderungen beachtet werden.

In der Regel wird die Berechnung der notwendigen Aufstellraumvolumen in Abhängigkeit der Zusammensetzung des Brennstoffs und des Brennstoffdurchsatzes berechnet.

In entsprechender Fachliteratur werden folgende Angaben hinsichtlich des Luftwechsels angegeben:

Luftwechsel [1/h] Erläuterung
0,2 Luftwechselrate infolge Undichtheiten im Gebäude
0,6
übliche Luftwechselrate bei dichten Gebäuden bei
Standard-Lüftungsgewohnheiten der Nutzer
1,0
kompletter Luftwechsel des Aufstellraumes
innerhalb einer Stunde

(Quelle: Kommentar zu DIN V 4108-6:2000-11)

Als grobe Anhaltswerte kann von folgenden Luftwechselzahlen ausgegangen werden:

Luftwechsel [1/h] Erläuterung
0 - 0,2  
Fenster, Türen geschlossen
0,3 - 3 Fenster gekippt
2 - 10 
Fenster halb offen
5 - 15 
Fenster ganz offen
bis 40 Fenster, Türen gegenüberliegend offen

(Quelle: Recknagel-Sprenger-Schramek - Taschenbuch für Heizung- und Klimatechnik)

Nachfolgend 3 Beispiele zur Darstellung der Mindestgröße des Aufstellraums bei den Luftwechseln von 0,2 1/h, 0,6 1/h und 1,0 1/h. Unterhalb der Erläuterungen sind zur Verdeutlichung Graphiken der CO2-Anreicherung im Aufstellraum zu finden.

Bei den Berechnungen wurde ein CO2-Gehalt der Aussenluft von 300 ppm und einem CO2-Gehalt im Aufstellraum beim Zünden der Ethanolfeuerstelle von 400 ppm angesetzt. Ebenso wurde als Randbedingung angenommen, dass sich 4 Personen im Aufstellraum der Feuerstelle befinden. Der Brennstoffdurchsatz der Ethanolfeuerstelle wurde mit dem nach DIN 4734-1 maximal zulässiger Wert von 0,5 l/h berücksichtigt.

1. Beispiel
CO2- Anreicherung in einem Raum mit einem Volumen von V =112 m³ (Fläche 43 m² bei Raumhöhe von 2,6 m) bei konstanten Luftwechsel n= 0,2 1/h, n= 0,6 1/h und n= 1,0 1/h.

Ergebnis: Bei einem ständigen Luftwechsel von 1,0 1/h wird die zulässige CO2-Konzentration knapp unterschritten. Bei einem Luftwechsel von 0,6 1/h wird eine unzulässige CO2- Konzentration von ca. 7800 ppm in der Raumluft erreicht. Bei geschlossenen Fenster / Türen (Annahme Luftwechsel n=0,2 1/h) wird nach ca. 1 Stunde 8 Minuten bereits die zulässige CO2-Konzentration von 5000 ppm erreicht.

2. Beispiel
CO2- Anreicherung in einem Raum mit einem Volumen von V =182 m³ (Fläche 70 m² bei Raumhöhe von 2,6 m) bei konstanten Luftwechsel n= 0,2 1/h, n= 0,6 1/h und n= 1,0 1/h.

Ergebnis: Bei einem ständigen Luftwechsel von 0,6 1/h wird die zulässige CO2-Konzentration knapp unterschritten. Bei einem Luftwechsel von 0,2 1/h wird eine zulässige CO2- Konzentration von ca. 3100 ppm in der Raumlufterreicht. Bei geschlossenen Fenster / Türen (Annahme Luftwechsel n=0,2 1/h) wird nach ca. 2 Stunden bereits eine CO2-Konzentration von ca. 5000 ppm erreicht

3. Beispiel
CO2- Anreicherung in einem Raum mit einem Volumen von V =450 m³ (Fläche 173 m² bei Raumhöhe von 2,6 m) bei konstanten Luftwechsel n= 0,2 1/h, n= 0,6 1/h und n= 1,0 1/h.

Ergebnis: Auch bei einem ständigen Luftwechsel von 0,2 1/h wird die zulässige CO2-Konzentration von CO2 = 5000 ppm bei einer maximal zulässigen Brenndauer der Ethanolfeuerstelle von 8 Stunden noch unterschritten. Bei einem Luftwechsel von 0,6 1/h wird eine zulässige CO2- Konzentration von ca. 1400 ppm in der Raumluft erreicht. Bei einem Luftwechsel von 1,0 1/h wird eine CO2-Konzentration von ca. 2200 ppm erreicht

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An dem Beispiel kann auch erkannt werden, dass Ethanolfeuerstellen keinesfalls als Wärmeerzeuger dienen können, da die bei der Verbrennung des Ethanols erzeugte Wärme durch den zwingend notwendigen Luftaustausch nach draußen abgeführt wird.

Die Angaben in der Aufbauanleitung des Herstellers hinsichtlich Abstände zu brennbaren Bauteilen müssen beachtet werden.

Obwohl eine hohe Durchlüftung des Aufstellraums der Ethanolfeuerstelle gefordert wird, sollte beachtet werden, dass der Brenner keinen Luftzug ausgesetzt wird. Die Aufstellung darf nur an einen gegen Querbelüftung geschützten Bereich erfolgen.

Luftströmungen an den Flammen kann dazu führen, dass eventuell die Rückwand oder Bauteile des Innengehäuses stark aufgeheizt werden, was zu kritischen Situationen hinsichtlich Brandschutz führen kann.

Sonstiges zu der Aufstellung von Ethanolfeuerstellen

Die Ethanol - Feuerstelle sollte niemals in Nähe von brennbaren Materialen wie Holz, Papier oder z.B. Stoffvorhänge aufgestellt werden. Auf die Feuerstelle dürfen keine brennbaren Gegenstände gestellt werden und keinesfalls sollten Warmluftöffnungen abgedeckt werden, da es sonst ggf. zu einer Überhitzung kommen kann.

Ethanolfeuerstellen sollte auch keinesfalls als "Brenneinsatz" in Feuerstätten für feste Brennstoffe wie Kaminöfen oder Kamineinsätze eingesetzt werden. Für die Verbrennung von flüssigen Brennstoff sind diese Feuerstellen werde geprüft noch zugelassen. Durch die bei diesen Öfen mögliche Absperrung der Verbrennungsluft kann unter Umständen keine hygienische Verbrenung mehr stattfinden was zu einem zündfähigen und gefährlichen Abgasgemisch führen kann. Auch kann der Brenner und somit der Brennstoff in einem geschlossenen Feuerraum stark überhitzen, was zu kritische Zusände führen könnte.

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Der Brennstoff Ethanol

Als Brennstoff für dekorative Ethanolfeuerstellen wird in der Regel Ethanol mit einer Reinheit von 96% -98% verwendet. Ethanol als Brennstoff wird vergällt um es ungenießbar zu machen, damit es nicht als „Lebensmittel“ verwendet werden kann und deswegen auch nicht der Brandweinsteuer unterliegt.

Mit Wasser oder sogar mit giftigem Methanol verdünntes Ethanol, Benzin oder ähnliche Brennstoffe sollten auf keinen Fall verwendet werden.

Ethanol ist ein leicht entzündlicher Brennstoff. Ethanol ist jedoch nicht selbstentzündlich und nicht explosionsgefährlich, jedoch ist die Bildung explosionsgefährlicher Dampf-/Luftgemische möglich.

Gemäß dem Sicherheitsdatenblatt nach der EG-Chemikalienrichtlinie (REAch) werden als Maßnahmen zur Brandbekämpfung CO2, Löschpulver oder Wassersprühstrahl empfohlen. Als aus Sicherheitsgründen ungeeignete Löschmittel gilt Wasser im Vollstrahl.

Empfohlen für die Handhabung und Lagerung von Ethanol wird

  • an einem kühlen Ort lagern
  • getrennt von Lebensmitteln lagern
  • Behälter dicht geschlossen halten
  • Behälter an einem gut gelüfteten Ort aufbewahren
  • Entfernt von Zünd- und Wärmequellen aufbewahren

Hinweise zum Brand- und Explosionsschutz:

  • Zündquellen fernhalten - nicht rauchen
  • Maßnahmen gegen elektrostatische Aufladung treffen

Ethanol sollte nie in größeren Mengen als 5 Liter aufbewahrt werden.

Gemäß den „Technische Regeln für brennbare Flüssigkeiten - TRbF“, Abschnitt 3.1.1.gilt als unzulässige Lagerorte für die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten:

  • Durchgänge und Durchfahrten
  • Treppenräume
  • allgemein zugängliche Fluren
  • auf Dächern von Wohnhäusern, Krankenhäusern, Bürohäusern und ähnlichen Gebäuden sowie in deren Dachräumen
  • in Arbeitsräumen
  • in Gast- und Schankräumen

Und gemäß Abschnitt 3.1.1, Tafel 1 „Zulässige Lagermengen an bestimmten Orten darf Ethanol (Gefahrenklasse B) in Wohnräumen maximal 5 Liter und im Keller maximal 5 Liter (zerbrechliche Gefäße) bzw. 20 Liter in „sonstige Gefäße“ gelagert werden.

Ethanol muss ausserhalb der Reichweite von Kindern, verschlossen gelagert werden.

Die Hinweise in der Bedienungsanleitung des Herstellers für zulässige Brennstoffe, Lagerung, Handhabung usw. müssen beachtet werden.

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Befüllen, Anzünden und Löschen von Dekokaminen für Ethanol

Besonders beim Befüllen und Wiederbefüllen von Ethanolfeuerstellen ist erhöhte Vorsicht geboten.

Ethanol ist ein leicht entzündlicher Brennstoff und kann bereits bei relativ geringen Temperaturen auch ohne Funken/Flamme selbst zünden.

Deshalb sollte unbedingt vor dem Befüllen / Nachfüllen von Ethanol in den Brenner geprüft werden, ob der Brenner, Bauteile oder eventuell auch Dekoelemente noch heiß sind. In diesem Fall darf keinesfalls der Brenner mit Brennstoff befüllt  werden.

Auch muss sichergestellt sein, dass sich kein Ethanol in der Sicherheitswanne (nach DIN 4734-1 gefordert) oder übergelaufenes Ethanol im Gehäuse der Feuerstelle befindet. Falls Ethanol in dem Sicherheitsgehäuse vorhanden ist oder wenn beim Befüllen Brennstoff übergelaufen ist, muss dieses Ethanol unbedingt vor einem Zünden aufgewischt / entfernt werden.

Noch kritischer kann es werden, wenn die Flamme im Brenner kaum oder nicht sichtbar brennt („Glutnester“). Dies kann bei schlecht konstruierten Brennern mit Füllstoff passieren, die das Ethanol „aufsaugen“ und ggf. in inneren Hohlkammern des Füllstoffs weiterbrennen. Dies kann auch bei kalten Brennerbauteilen vorkommen.

Deshalb sollte in jedem Fall die Brenneröffnung vor einem Befüllen mit dem notwendigen und nach DIN 4734-1 geforderten Löscheinrichtung“ verschlossen werden, so dass eventuell vorhandene Glutnester erlöschen.

Bei einem Befüllen eines noch brennenden oder zu heißen Brenners kann es zu einem gefährlichen Rückzünden von Ethanol in das Befüllgefäß kommen.

Der Brenner sollte mit dem bei nach DIN 4734-1 geprüften Feuerstellen mitgelieferten Zündhilfe angezündet werden. DIN 4734-1 fordert eine Mindestlänge der Anzündhilfe von 140 mm. Beim Anzündvorgang sollte der Betreiber sich seitlich von dem Brenner aufstellen.

Sollte der Brenner trotz mehrmaligen Zündvorgangs nicht brennen, sollte etwas Wartezeit verstrichen sein, bis weitere Zündversuche unternommen werden.

Es sollte unbedingt die Wartezeit gemäß der Bedienungsanleitung nach dem Erlöschen der Flamme und einem Wiederbefüllen beachtet werden.

Auch sollte in der Bedienungsanleitung definiert werden, mit wieviel Ethanol der Brenner maximal befüllt werden darf. Auf keinen Fall sollte diese Angabe überschritten werden. Ethanolfeuerstellen nach DIN 4734-1 müssen zusätzlich einen Füllstandsanzeiger mit einer „Max-Angabe“ besitzen, dies gilt auch für Brenner mit einem Füllstoff.

Es sollten unter keinen Umständen Personen die Feuerstelle betreiben, befüllen oder zünden, die nicht vorher die Bedienungs- und Warnhinweise des Herstellers gelesen und verstanden haben.

Es muss darauf geachtet werden, dass nach einem vorzeitigen Löschvorgang des Brenners, das Feuer nicht sofort wieder entzündet wird. Nach dem Löschen der Flamme können sich innerhalb des Brenners zündfähige Gemische bilden, die bei einem schnellen Wiederanzünden gefährliche Zustände verursachen können.

Falls diese Dokumentation nicht Bestandteil des Lieferumgangs der Feuerstelle ist, sollte auf die Inbetriebnahme der Ethanolfeuerstelle verzichtet werden.

Bei der Produktprüfung der Ethanolfeuerstelle nach DIN 4734-1 ermitteln Prüfstellen, ob es eventuellen schlecht oder nicht sichtbares Brennen im Brenner stattfindet. In diesem Fall wird keine positive Prüfung nach den Anforderungen der DIN 4734-1 erfolgen.

Auch ermitteln die Prüfstellen die mindest notwendige Wartezeit bis der Brenner, der Füllstoff oder andere Bauteile die kritische Temperatur von 60°C unterschreiten.

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Warnsymbole

Ethanolfeuerstellen, welche die Anforderungen nach DIN 4734-1 einhalten, müssen auf dem Brenner bzw. in einem gut sichtbaren Bereich folgende Warnsymbole dauerhaft angebracht werden:

Symbol DIN 4734
Bild: Warnsymbole nach DIN 4734-1

Dekorative Ethanolfeuerstellen dürfen gemäß den Anforderungen nach DIN 4734-1 nicht für den Dauerbetrieb verwendet werden. Das maximal zulässige Ethanolvolumen (maximale Füllmenge) darf 3 Liter bei Stand und Hängegeräten und 0,5 Liter für Tischgeräte nicht überschreiten.

Löschen

Der Brenner sollte mit dem bei nach DIN 4734-1 geprüften Feuerstellen mitgelieferten, geeigneten Löschwerkzeug gemäß den Angaben der Bedienungsanleitung gelöscht werden. Wie oben erwähnt muss darauf geachtet werden, dass nach einem vorzeitigen Löschvorgang des Brenners, das Feuer nicht sofort wieder entzündet wird. Der Brenner soll vollständig abgekühlt sein.

Wenn Ethanol außerhalb des Brenners oder außerhalb des Dekokamins brennen sollte, sollte sofort versucht werden, die Flammen zu löschen (CO2- oder Schaumlöscher). Der Löscher muss für brennende Alkohole geeignet sein. Ist kein Feuerlöscher im Haus, kann eine schwere Baumwolldecke helfen, den Brand zu löschen.

Besser ist eine speziell behandelte Löschdecke. Ist der Brand nicht umgehend zu löschen, muss sofort die Feuerwehr (Rufnummer 112) gerufen werden.

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Standsicherheit von Ethanolfeuerstellen

Dekorative Kamine dürfen nur betrieben werden, wenn sie stabil auf einem waagerechten Untergrund stehen und / oder mit geeigneten Befestigungsmitteln mit einer tragsicheren Aufstellwand befestigt werden.

Bei einem Betrieb von frei stehenden Säulengeräten oder sogar Tischgeräten sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese nicht umfallen können oder z.B. mit einer Tischdecke von einem Tisch oder Board fallen können.

Bei Wandmontagen sollte darauf geachtet werden, dass durch Wärmeübertragung keine eventuell verwendeten Plastikdübel durch Wärmeübertragung schmelzen und sich lösen. Auch deswegen sollten nur geprüfte Geräte gekauft werden.

Kohlenmonoxid CO

Wie oben erläutert, wird bei gut konstruierten Geräten CO bei der Verbrennung nur in geringen Mengen entstehen. Auf keinen Fall sollten nachträglich dekorative Elemente wie Dekohölzer (dekorative Scheite, Keramikholz, Keramikzapfen,…) in den Flammbereich angeordnet werden. Bei Kontakt der Flammen wird CO entstehen. Zusätzlich werden unter Umständen Flammen beim Nachfüllen oder übergelaufenes Ethanol nicht erkannt. Eine Gefefahr besteht auch, wenn Dekoelemente noch heiß sind und Ethanol nachgefüllt wird.

Auch sollte, wenn bauartbedingt möglich, der Abbrand durch Stellschieber nicht auf „Kleinlast“ gestellt werden, wenn dieser Betriebszustand in der Bedienungsanleitung nicht eindeutig als zulässiger Betriebszustand definiert wird. In diesem Fall muss nach DIN 4734-1 eine Minimalstellung am Brenner eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet werden.

Niemals die Flamme noch kleiner einstellen, da hierdurch eine Art „Zündflammenbetrieb“ entstehen kann, in der keine saubere Verbrennung mehr gewährleistet wird und es zu der Entstehung von giftigen Kohlenmonoxid CO kommen kann.

Wird eine Kleinstellung der Flammen mit reduziertem Brennstoffdurchsatz in der Bedienungsanleitung als zulässig erklärt, wird eine Prüfstelle auch die Anforderungen nach DIN 4734-1 für diesen Betriebszustand prüfen. Auch bei Kleinstellung ist bei maximal zulässiger Ethanol-Füllmenge nur eine maximale Betriebszeit von 8 Stunden zulässig.

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Aufsicht

Die Dekokamine sollten nur von einer für den Betrieb und Aufstellung verantwortlichen Person betrieben und beaufsichtigt werden. Der Verantwortliche sollte vor Aufstellung und Betrieb sich anhand der technischen Dokumentation (Aufbau- und Bedienungsanleitung) mit der Feuerstelle vertraut machen.

Nur diese Person sollte die Feuerstelle befüllen zünden, löschen und bei einem Betrieb dafür sorgen, dass kein unbefugter der Feuerstelle, den Flammen und den heißen Oberflächen zu nahe kommt.

Während des Betriebes sollte die Feuerstelle nie allein gelassen werden, insbesondere sollte nicht aus dem Haus oder zu Bett gegangen werden ohne dass der Dekokamin gelöscht wird.

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Kennzeichnung (Typenschild)

Ethanolfeuerstellen müssen gemäß DIN 4734-1 mit einem Typenschild versehen werden, Folgende Angaben müssen mindestens auf der Kennzeichnung vorhanden sein:

  • Name und Adresse des Herstellers
  • Die handelsübliche Bezeichnung des Geräts
  • Identifikationsnummer sofern der Hersteller eine solche verwendet
  • Art und Typ des zu verwendenden Brennstoffes
  • Füllmenge
  • Abstände zu brennbaren Baustoffen und Gegenständen
  • Mindestraumvolumen

Das Typenschild muss dauerhaft, lesbar, unverwischbar und in deutscher Sprache so an dem Gerät angebracht sein, dass eine Lesbarkeit auch nach der endgültigen Installation gewährleistet ist.


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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 05. November 2011 um 17:42 Uhr