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Geschrieben von: Dirk Weisgerber   
Sonntag, den 16. Mai 2010 um 18:14 Uhr

Erstprüfung nach DIN EN 13229 : 2005-10 „Kamineinsätze einschließlich offene Kamine für feste Brennstoffe – Anforderungen und Prüfungen“

DIN EN 13229 erfasst klassische Kamineinsätze und Kachelöfen für die Verfeuerung von Festbrennstoffen die mit ihrer äußeren Verkleidung fest mit dem Gebäude verbunden sind.

DIN 18895 – DIN EN 13229

Gegenüber der alten zurückgezogenen Normenreihe DIN 18895 „Feuerstätten für feste Brennstoffe zum Betrieb mit offenem Feuerraum“ (DIN 18895-1: 90-08, DIN 18895-2: 90-08, DIN 18895-3: 99-01) wurden folgende wesentliche Änderungen in DIN EN 13229 vorgenommen:

  1. EN 13229 regelt Einzelfeuerstätten für feste Brennstoffe mit offenem Feuerraum (ohne Türen), Feuerstätten mit geschlossenem oder offenem Feuerraum, die mit dem Gebäude durch die variable Verkleidung verbunden werden, sowie Kaminkassetten. Sie regelt zudem Feuerstätten dieser Bauarten, die mit wasserführenden Bauteilen zur Heiz- und Brauchwassererwärmung ausgestattet sind.
  2. Der Anwendungsbereich enthält für Kamineisätze keine Begrenzung der Nennwärmeleistung. Kachelöfen und Putzöfen wurden auf 15 kW begrenzt.
  3. DIN EN 13229 unterscheidet zwischen Dauerbrand- und Zeitbrand-Feuerstätten mit teils unterschiedlichen Anforderungen an die Brenndauer bei Nennwärmeleistung und Schwachlastbetrieb.
  4. Die Anforderungen an die CO-Emission und den Wirkungsgrad wurden schwächer.
  5. Die Sicherheitsabstände bzw. Dämmmaßnahmen zu Bauteilen mit bzw. aus brennbaren Baustoffen und Möbeln sind variabel, müssen vom Hersteller angegeben und von der Prüfstelle überprüft werden. Die spezifischen Anforderungen an Dämmmaterial sind nicht aufgeführt.
  6. Die Prüfung der CO-Sicherheit erfolgt mit solchen Feuerstätten, die mit geschlossenem Feuerraum Kohlenprodukte und Torf verfeuern sowie auch mit den Feuerstätten, deren Schwachbranddauer für Holz > 8h beträgt.
  7. Die Werkstoffauswahl und deren Dimensionierung wurde für wasserführende Bauteile erweitert.
  8. Die Prüfbrennstoffe beinhalten weitere Kohlearten und -sorten sowie Torfbriketts und Holzpresslinge.
  9. Die Möglichkeit der Mehrfachbelegung von Schornsteinen mit Feuerstätten, deren Feuerraumtüren selbstschließend sind, wurde nicht erfasst.
  10. Die klassischen Feuerstätten mit selbstschließenden Feuerraumtüre, die „Bauart A1“ Geräte gibt es in DIN EN 13229 nicht mehr. Wenn der Hersteller in seiner Produktdokumentation angibt, dass nur ein geschlossener Betrieb zulässig ist, sind diese EN 13229 Feuerstätten grundsätzlich für eine Mehrfachbelegung geeignet.
  11. Es wurden Anforderungen für Gerätefamilien oder Gruppen definiert.
  12. Die Prüfung der Brandsicherheit wurde geändert (früher gemäß DIN 18895 max. 4,5 Stunden mit geschlossenen Konvektionsgitter, neu nach DIN EN 13229 ohne Zeitangabe bis zur Beharrung der Temperaturen, aber mit offenen Konvektionsluftgitter, wenn diese vorhanden sind).
  13. Die Messung der Abgastemperatur und der Emissionen wurde verändert. Neu in DIN EN 13229 erfolgt die Abgasentnahme durch ein sogenanntes Pyrometerrohr.
  14. Die Mindestangaben in der Aufbau- und Bedienungsanleitung sowie der Kennzeichnung wurde um einige Punkte erweitert.
  15. Punkte zur Harmonisierung der Norm unter der Bauproduktenrichtlinie (Mandat M/129 .Raumheizer), sowie die Definition des Konformitätsbewertungsverfahren zur CE-Kennzeichnung wurden hinzugefügt.

und vieles weitere...

Anwendungsbereich der DIN EN 13229

DIN EN 13229 legt fest Anforderungen an Auslegung, Herstellung, Ausführung, Sicherheit und Leistungsvermögen (Wirkungsgrad und Emission), Anleitung und Kennzeichnung für die Typprüfung von Kamineinsätzen und offenen Kaminen für feste Brennstoffe.

DIN EN 13229 gilt für handbeschickte Feuerstätten, deren Verkleidung mit dem Gebäude verbunden mit Ausnahme von freistehenden Feuerstätten und Einsätzen, die in eine Feuerstätten-Nische oder Verkleidung eingestellt werden.

DIN EN 13229 erfasst auch Heizeinsätze für Kachelöfen und Putzöfen ohne wasserführende Bauteile bis zu einer Nennwärmeleistung von 15 kW.

Feuerstätten nach DIN EN 13229 beheizen den Aufstellungsraum. Sofern sie mit wasserführenden Bauteilen ausgestattet sind, beheizen sie auch Heizwasser und/oder Brauchwasser. Diese Feuerstätten können entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers entweder feste mineralische Brennstoffe, Torfbriketts, Holzscheite, Holzbriketts oder mehrere dieser Brennstoffe verfeuern.

Bauteile für offene Feuerstätten wie ein Bodenrost mit zugehöriger Frontplatte, die vom Hersteller zum Einbau in einen vorhandenen brandsicheren und wärmegedämmten Raum  geliefert werden (z.B. Feuerraum eines offenen Kamins ohne Feuerraumtüren), werden von EN 13229 nicht erfasst.

DIN EN 13229 gilt nicht für Feuerstätten mit Verbrennungsluftgebläse.

Normprüfung

Die Erstprüfung eines Geräts erfolgt am Prüfstand einer nach der Bauproduktenrichtlinie akkreditierten Prüfstelle für Feuerstätten. Die Erstprüfung erfolgt gemäß Anhang ZA der EN 13229 zum Nachweis der Konformität mit der Produktnorm und ist Bestandteil des Konformitätsbewertungsverfahrens zur CE-Kennzeichnung des Produkts.

Beim Prüfgegenstand kann es sich sowohl um einen Prototyp als auch um ein bereits in Produktion befindliches Gerät handeln. Das Gerät muss repräsentativ für die derzeitige bzw. zukünftige Produktion sein.

Nachfolgende wesentliche Prüfungen müssen bei einer Prüfung nach DIN EN 13229 durchgeführt werden:

Leistungsprüfung bei Nennwärmeleistung

Es sind nach einer Vorprüfung 2 separate Prüfabbrände für Scheitholz oder für mineralische Brennstoffe erforderlich.

Es werden jeweils der feuerungstechnische Wirkungsgrad, die Nennwärmeleistung, die Wasserwärmeleistung (falls wasserführende Teile vorhanden sind) und die Emissionswerte (gemäß Norm nur Kohlenmonoxid) ermittelt.

Die einzelnen Prüfabbrände werden nach dem Holz auflegen bei Grundglut gestartet. Beendet ist ein Prüfabbrand, wenn wieder Grundglut erreicht worden ist. Eingriffe in die Verbrennungsluftsteuerung sind während der Prüfabbrände nicht zulässig.

Für Zeitbrandfeuerstätten muss mit dem Prüfbrennstoff Scheitholz ein Prüfabbrand mindestens 45 Minuten andauern, mit mineralischem Brennstoff mindestens 60 Minuten andauern.

Für Dauerbrandfeuerstätten muss mit dem Prüfbrennstoff Scheitholz ein Prüfabbrand mindestens 60 Minuten andauern, mit mineralischem Brennstoff mindestens 240 Minuten andauern.

Für Heizeinsätze für Kachelöfen oder Putzöfen muss mit dem Prüfbrennstoff Scheitholz ein Prüfabbrand mindestens 70 Minuten andauern, maximal 90 Minuten.

Die notwendigen Prüfabbrände müssen vergleichbar sein (Leistungsunterschied < 10%) ansonsten müssen weitere Prüfabbrände durchgeführt werden um die Anforderungen zu erfüllen.

Zusätzlich werden die Temperaturen in der Prüfecke (Wände, Boden, Decke), die Temperatur im Strahlungsbereich der Feuerraumtür mit Scheibe, die Konvektionslufttemperaturen und die Temperatur des Holzlegefachs (falls vorhanden) sowie die Temperaturen von Bedienungsgriffen registriert.
Anmerkung: Bei Prüfungen von Kaminsätzen oder Kachelöfen nach DIN EN 13229 muss vom Hersteller die sogenannten Prüfkammer aufgebaut werden, weiteres siehe bei der Prüfung der Brandsicherheit.

DIN EN 13229 hat wie oben beschrieben nur Anforderungen an die Emission Kohlenmonoxid (CO < 1,0 Vol. % für Kamineinsätze bzw. CO < 0,2 Vol.% bei 13% O2-Bezug für Kachelöfen ). Viele Länder haben jedoch weiterführende Anforderungen an geringere CO- Werte wie auch Anforderungen an staubförmige Emissionen und/oder Stickoxide (NOx) und/oder Kohlenwasserstoffe (CnHm, OGC). Wichtig ist für die Hersteller, dass bei der Prüfung der Nennwärmeleistung diese Werte von der Feuerstättenprüfstelle erfasst und bewertet werden. Dasselbe gilt für den Wirkungsgrad, EN 13229 fordert lediglich einen Mindestwirkungsgrad von 30% für Kamineinsätze bzw. 75 % für Kachelöfen

Auf Wunsch kann eine gute Feuerstättenprüfstelle wie z.B. die Feurstättenprüfstelle des TÜV SÜD in München bei den heiztechnischen Versuchen zusätzlich zu den Normanforderungen auch die Abgaskennwerte NOx, CnHm und Staub messtechnisch erfassen. Damit kann die Feuerstätte hinsichtlich der strengeren leistungstechnischen und/oder emissionstechnischen Anforderungen, welche z.B. für örtliche Bestimmungen gefordert werden (z.B. nach der 1 BImSchV, nach der Brennstoffverordnung der Stadt München oder für Österreich gemäß Art. 15a B-VG), beurteilt werden.

Prüfung der Schwachlast und des Wiederhochheizens

Wenn eine Feuerstätte lt. Hersteller für Schwachlast geeignet ist, muss eine gewisse Mindestbrenndauer eingehalten werden (Zeitbrandfeuerstätten für mineralische Brennstoffe > 10 h, Dauerbrandfeuerstätten für Scheitholz > 3 h, mineralische Brennstoffe > 12 h, Kachelöfen für Scheitholz die doppelte Zeit wie bei Nennlast). Am Ende der Schwachlastprüfung muss es möglich sein das Feuer wieder zu entfachen.

Als Brennstoffmasse muss die identische Masse bei der Prüfung verwendet werden, wie bei der Nennlastprüfung!

Sicherheitsprüfung bei natürlichem Förderdruck

Bei Geräten, die für Dauerbetrieb und für Mehrfachbelegung einer Abgasanlage geeignet sind, wird überprüft, ob der Förderdruck unter bestimmten Randbedingungen 3 Pa unterschreitet. Oder, falls der Förderdruck 3 Pa unterschreitet, darf die Kohlenstoffmonoxidgesamtmenge im Abgas berechnet im Normzustand während eines Zeitraums von weiteren 10 h nach Unterschreiten von 3 Pa nicht mehr als 250 dm3 betragen.

Prüfung der Brandsicherheit

Die Feuerstätte wird mit der Prüfkammer in das Prüfeck mit vom Hersteller angegebenen Abständen aufgebaut.

Mit Fichte-Profilholz, als Gitter angeordnet und mit einer auf Basis der Feuerraumgrundfläche des Raumheizers berechneten Brennstoffmasse, wird die Feuerstätte solange beschickt bis die Temperaturen in der Prüfecke nicht mehr ansteigen (Beharrungszustand). Die Verbrennungsluftregler werden maximal geöffnet und es wird ein erhöhter Förderdruck eingestellt (mind. 15 Pa). Die Prüfecktemperaturen (Wände, Boden, Decke, Holzlegefach und Prüfwand im Strahlungsbereich der Feuerraumtüre) dürfen den zulässigen Grenzwert von 65 Kelvin + Raumtemperatur nicht überschreiten.

Falls die Brennstoffmasse bei Nennwärmeleistung höher ist als die nach EN 13229 berechnete Profilholzmasse für die Brandsicherheit, muss mit der größeren Masse für Nennwärmeleistung geprüft werden. Dies ist besonders bei hohen, schlanken Feuerstätten mit kleiner Feuerraumgrundfläche zu beachten.

Prüfkammer:

Bei allen leistungs- und sicherheitstechnischen Prüfungen muss eine Prüfkammer gemäß DIN EN 13229, Bild A14 (umgebende Wände, Decke, Boden und das Verbindungsstück) in das Prüfeck aufgebaut werden. In der Regel ist diese Prüfkammer sowie die notwendige Wärmedämmung zu den Prüfeckwänden, dem Prüfeckboden und der Prüfeckdecke eine Maßanfertigung und wird vom Auftraggeber für die Prüfung zur Verfügung gestellt und im Prüfeck aufgebaut.

Die Prüfkammer dient dazu die mindestnotwendige Wärmedämmstoffdicke für den Schutz des Gebäudes zu ermitteln. Deshalb sollte soweit wie möglich praxisnahe Bedingungen wie eine „Kachel- oder Putzverkleidung“ simuliert werden, um eine maximale Wärme in die zu schützenden Baustoffe herzustellen. Hierzu sollten die kleinstmöglichen Konvektionsluftquerschnitte und die kleinst geplanten Abstände des Feuerstättenkorpusses zu den Innenwände der Prüfkammer/der Wärmedämmung in die Prüfkammer installiert werden um die kritischsten Aufbausituation zu simulieren.

Druckprüfung für wasserführende Kamineinsätze

Alle wasserführenden Bauteile des Kamineinsatzes und seiner Komponenten dürfen nicht undicht oder dauerhaft verformt werden, wenn diese der Druckprüfung und der Prüfung der Nennwärmeleistung unterzogen werden.

Bei der Druckprüfung wird der doppelte vom Hersteller angegebene maximal zulässige Betriebsüberdruck über mind. 10 Minuten angesetzt.
Hierbei dürfen alle wasserführenden Bauteile des Raumheizers weder undicht oder bleibend verformt werden.

Prüfung der thermischen Ablaufsicherung

Es wird geprüft, ob die thermische Ablaufsicherung öffnet, wenn die Kesseltemperatur des Wassers von 105 °C bzw. eine geringere Temperatur gemäß Hersteller erreicht wird.

Die Feuerstätte wird mit Nennlastmasse Prüfbrennstoff befüllt und bei Nennlastförderdruck betrieben.

DIN EN 13229 fordert hier nur eine Ausserbetriebnahme des Thermostaten und eine Reduzierung des Wasserdurchflusses, eine verantwortungsbewusste Prüfstelle wird aber in der Regel die Umwälzpumpe des Kesselkreislaufs abschalten und den Vor- und Rücklauf absperren (Simulation einer gestörten Wärmeabgabe wie z.B. Pumpenausfall, Pufferspeicher gefüllt, Vereisung...).

Die thermische Ablaufsicherung muss die Kaltwasserzufuhr des geeigneten Sicherheitswärmetauschers so früh öffnen, dass keine Kesselwassertemperaturen > 105 Grad Celsius auftreten.

Desweiteren werden noch weitere Anforderungen gemäß EN 13229 bewertet bzw. zusätzliche Anforderungen überprüft. Dabei handelt es sich u.a. um:

Anforderungen an Werkstoffe, Auslegung und Ausführung (z.B. Nenn-Mindestwanddicken von wasserführenden Bauteilen, Überlappung bzw. Einstecktiefe von Abgasstutzen, Fassungsvermögen des Aschekastens etc.).

Anleitungen für die Feuerstätte
Sämtliche gemäß Norm angeführten Punkte müssen in der Aufstell- bzw. der Bedienungsanleitung des Herstellers angeführt sein.

Kennzeichnung
Sämtliche lt. Norm angeführten Punkte müssen am Typenschild angeführt sein.

Achtung bei Kamineinsätzen mit wasserführenden Bauteilen muss von der Feuerstättenprüfstelle bei einem Druckliterprodukt > 50 bar x Liter die Anforderungen an die Druckgeräterichtlinie geprüft und bewertet werden. (Beispiel: Druckliterprodukt = 50 bar x Liter bei z.B. 25 Liter Wasservolumen und bei einm Absicherungsdruck von 2 bar).

Zusammengefasst muss die Einhaltung der grundlegenden Anforderungen der Richtlinie 97/23/EG (Druckgeräterichtlinie) mit der Erstellung eines Prüfberichtes nachgewiesen werden. Gemäß Druckgeräterichtlinie muss von der Prüfstelle auch die Erstellung einer EG-Entwurfsprüfbescheinigung (Modul B1) durchgeführt werden.

DIN EN 13229 : 2011-02

Eine Überprüfung und Bestätigung von Normen findet in der Regel mindestens alle fünf Jahre statt. Die entsprechenden Normenausschüsse überarbeiten zur Zeit DIN EN 13229.

Der entsprechende Entwurf der neuen DIN EN 13229 liegt vor, es darf aber aus Vertraulichkeitsgründen an dieser Stelle noch nicht darauf eingegangen werden. Bitte besuchen Sie uns diesbezüglich noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Ausgabedatum der neuen DIN EN 13229 (Entwurf) wird 02/2011 sein.


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. Dezember 2010 um 17:12 Uhr